.. ist wieder da!

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Australia III: On the road (Fraser – Airlie)

31 December, 2009 (01:33) Kommentare: -

Der Zwischendurchpost. Es handelt sich hierbei um die Strecke von Hervey Bay nach Airlie Beach auf dem Bruce Highway. Das sind etwa 850 km, dazu benötigt man zehn, elf Stunden. Ja, lustig. Und wenn man cool ist, schafft man das an einem Tag. Man beginnt morgens und kann sich die ersten hundert Kilometer über blöde Ortnamen und noch blödere Ortkonstruktionen freuen, nette Wellblechhäuser, Richtung Bundaberg, wo Bier gebraut weird, Gin Gin, Apple Tree Creek.. hach, nett. Und dann hört die Zivilisation auch ziemlich schnell auf. Das bedeutet im Wesentlichen folgendes:

Achtung, Fauna. In Australien kann man ganz viele Tiere totfahren, zumindest sagen das die Schilder. Im Prinzip ist es so, dass man alles, was nicht fliegen kann, auch überfahren kann. Koala-Schilder sind besonders nett, die sind nämlich meistens dreifarbig (gelb-schwarz-grau), allerdings habe ich nie einen wilden Koala gesehen.

Kängurus. Road Kill. Sollte man ein Achtung, Känguru Schild sehen ist das ausnahmsweise wirklich ernst zu nehmen. Kängurus werden stapelweise übermäht – traurig, aber war. Biologisch interessierte Menschen können auf dieser Strecke Zeugen einer ebensnahen Verwesungspräsentation des Kängurus in diversen Stadien, Formen und Größen werden. Wenn man am Horizont die Aasgeier vom zweihundersten Kängurukadaver aufflattern sieht, kommt einem langsam der verdacht, das Kängurus wohl ziemlich doof sind. Tatsächlich ist dies der Fall. Die Tiere sind äußerst unscheu wenn sie Straßen begegnen, so sieht man regelmäßig Gruppen zehn, zwanzig Meter neben der Straße im Gebüsch liegen. Tagsüber. Wenn es kühler wird, setzt sich das Känguru an sich auch gerne direkt in den Straßengraben, beziehungsweise in die kahlrassierten Flächen neben der Straße, die zur Kängurufrüherkennung dienen sollen.  Die Nacht ist dann schließlich die beste Zeit für Kängurukollisionen. (Wenn man sowas mag.)

Nicht einschlafen. Wohl häufigste Ursache für Unfälle am Highway: Einschlafen. Regelmäßige Schilder mit netten Sprüchen sollen davor bewahren. Nette Sprüche im Vergleich zu deutschen Verkehrssicherheitskampagnen.

Creek. Man kommt nicht drumrum unzählige Creeks zu überqueren. Alle haben Namen, alle haben Namensschilder und alle heißen “Creek”, egal wie ausgetrocknet sie sind. Die Frage lautet nun, wer sich den ganzen Schmarrn ausgedacht hat – wer zahlt fünfhundert Creek-Schilder für irgendwelche Rinnsäle, die Straßenplaner wohl improvisiert benannt haben. Oder gab es bei der Erstbe-Reitung des Highway jedes mal ein dramatisches : “What’s the name of THIS creek”, und der Himmel offnete sich / ein anwesendes Känguruh sprach / Rauchzeichen erschienen / das magische Digeridoo flötete / [...] den Namen und dann sprach der tapfere Reiter “[insert name here] creek you (man war damals über “thou” hinweg?) shall be” und ließ den Namen von seinem Handlanger auf der Karte eintragen?

Buschfeuer. Ja, das gibt es auch, die abgebrannte Vegetation. Oder die noch brennende. Einmal sind wir direkt am brenndenen Gestrüpp vorbeigefahren. Im Grunde ist das aber nicht so spannend, weil es so alltäglich ist. Es kommt kein Fernsehteam und keine Lokalradiomannschaft. Aber man kann erzählen, man sei durch einen Buschbrand gefahren.

Städte. Rockhampton, Mackay, Proserpine. Vielleicht noch ein paar mehr, am meisten sieht man von Rockhampton, dort führt der Highway direkt durch die Stadt. Rockhampton hat sehr, sehr, sehr viele Statuen von Rindern in der Stadt. Von männlichen Rindern. Von so männlichen Rindern, dass die Statuen zusätzliche Eisenstäbe zur Stabilisierung der großzügig dargestellten Geschlechtsteile der männlichen Rinder haben. Ich finde nirgens Information über die Rindertestosteronarmee von Rockhampton, allerdings möchte ich glauben, dass die Eisenstäbe viel eher die Stiere von Vandalismuskastration schützen sollen. Ja, das sieht man alles vom Auto aus.

Öde. Irgendwann muss man halten, auch wenn im Nirgendwo ist. Erster Stop:  Eine Tankstelle inklusive alles andere irgendwo  in der Nähe von Miriam Vale. Unterhaltungsnahrung gekauft. Sie hatten in ihrem Wellblechschuppen ein recht breites Sortiment, sogar Nähzeug, dass wie davor erfolglos versuchten zu kaufen (Spreißel und keine Operationswerkzeuge) und das heißt wohl, dass das wohl auch das einzige Angebot im Umkreis war. Nett. Wenn man nur so vorbeifährt.
Nächstes Beispiel, Marlborough, kurz nach Rockhampton. Witziger Name, ja. Population: 355. Kaffee gab’s im einzigen Lebensmittelgeschäft von Marlborough, gruselig undekoriert. Alles weitere der wunderschönen Ortschaft in den Bildern. Übrigens sind die Admission Prices vom Swimming Pool Für Adult 3$,  Students 2$, Non Swimmers 1$. (Nicht Schwimmenwollende oder Nichtschwimmer? Jedenfalls stelle ich mir die Überwachung von 1$-Gästen nett vor.)

Sugar Cane. In Queenslad gibt es viel, viel, viel Zuckerrohr. Ich wusste das nicht. Wenn man mich gefragt hätte, was es in Queensland wohl so gibt hätte ich wohl mit meinem gnadenlos guten Schulerdkundewissen “extensive Weidewirtschaft” gesagt. Das gibt es auch, jetzt weiß ich, dass is in Wirklichkeit extensive Weidewirtschaft mit äußerst hässlichen Rindviehern mit Hautlappen am Hals, die unter anderem faule Orangen zu fressen bekommen ist. Tatsächlich gibt es viel Zuckerrohr, also Sugar Cane.  Es gibt eine nette winzig kleingleisige Sugar Cane Rail, die zum Transport der Ernte direkt vom Feld nach sonst wohin dient, es gibt viele Quaratäne Schilder, auf denen “Quarantine! Do not carry sugar cane” steht – aber nie, wann so eine Quarantänezone aufhört, was das passieren könnte, und warum die Schildchen schon so alt sind. Vermutlich darf man aus Prinzip Zuckerrohr dort nichteinmal durch halb Queensland schleifen und wir globalisierten Menschen wissen gar nichts davon.
Und unweigerlich kommt jetzt ein Exkurs. Es gibt Zuckerrohrschädlinge. Cane Beetles.  Die sind australisch und man wollte sie weghaben. Also hat man die Cane Toad (Aga-Kröte, oder auch fälschlicherweise im Volksmund Ochsenfrosch – nach der Ochsenfroschhysterie bei uns vor ein paar Jahren) importiert. Die Toad hat aber die Beetle nicht gefressen sondern alles andere und dann hatte man ein Problem. Zudem ist laut einem lusitgen Touristenranger das Viech so giftig, dass ein Tier, dass die Toad frisst, eingeht. Und ein Tier, dass das nun neu verendete Tier verspeist, auch das Zeitliche segnet. Und ein Tier.. und so weiter. Gilt auch für Menschen. Alle sterben. Sagte zumindest der Touristenranger. Auftritt australische Regierung. Australische Regierung setzt die Cane Toad unter Naturschutz und vermietet die systematische Tötung von genau diesen. Resultat: Kleine Queenslandkinder lernen schon früh die Freuden des Cane Toad Umbringens und haben fortan Spaß trotz des Gesetzes Kröten abzumurksen. “I’m doing this for my country,” sprach auch der Touristenranger nicht ohne Stolz als er aus theatralischer Höhe durch eine Cane Toad am Wegesrand bohrte.


Marlborough und die wunderbare Welt entlang des Bruce Highway

Uncategorized | By: Nina

Australia II: Fraser Island

30 December, 2009 (23:10) Kommentare: 3

Weiter mit, wie gesagt, Fraser Island. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Sie liegt recht nah an der Küste des Festlandes. Auf dem Bruce Highway fährt man etwa vier Stunden von Brisbane nach Norden bis nach Hervey Bay, wo die Fähren ablegen.

KSF Der Bruce Highway ist das Stück Highway zwischen Brisbane und Cairns und ist etwa 1700km lang. Der Bruce Highway ist ein Stück vom Highway 1, der praktisch einmal um Australien geht. Er heißt nur alle paar hundert oder tausend Kilometer anders und im größten Teil Queenslands eben “Bruce Highway”. Foto vom Highway dürfte mit dem nächsten Post kommen. Hoffe bis dahin auf Desillusionierung. Ach ja, benannt ist die Straße nach Adam Bruce, toter australischer Politiker. Hätte auch spannender sein können.

Mit der Fähre fährt man dann von Harvey Danger Hervey Bay etwa einen Stunde. Woran das liegt, kann man am besten in Google Earth sehen, ganz direkt kann man nämlich nicht nach Fraser schippern. Und vorallem auch: Ohne Auto, vermutlich. Auf der Insel sind nämlich nur Fahrzeuge mit Allradantrieb erlaubt und auch dann darf man soweit ich das noch weiß, auch noch verhältnismäßig viel für die Autobegleitung zahlen. Leihen kann man Autos auch und dann damit tolle Unfälle bauen, das ist aber auch nicht ganz billig.
Wir haben deshlab vor Ort eine touristische Inselrundfahrtgemacht, im lustigen Allradantriebsbus und mit hauptsächlich italienischem Publikum. Im Runde hat man da gesehen, was es auf Fraser so zu sehen gibt: Den Süßwassersee McKenzie, den 75-mile-Beach, offizieller Highway und Landebahn für kleine kleine Flugzeuge und so weiter. Das sieht man sehr schön mit den Bildern. Wofür Fraser auch bekannt ist, sind übrigens Dingos, deshalb haben sie überall Dingoschilchen und Schutzzäune (damit Dingos keine Essensreste klauen oder sowas wie Kleinkinder anbeißen) aufgestellt. Gesehen habe ich allerdings keinen, aber so spektakulär sind Dingos auch nicht. Im Prinzip sind das braune Hunde, die große Ähnlichkeit haben mit den Viechern, die auch in Süd-Ost-Asien am Strand herumrennen. Tatsächlich ist es wohl so, dass sich Dingos, beziehungsweise Dingomischlinge, schon soweit ausgebreitet haben. Also, so richtig australisch sind die wohl eh nicht.
Nebenbei ist vielleicht noch interessant, dass es auf Fraser viele exotische Baumarten gibt, hauptsächlich, weil man ausprobieren wollte, welche Bäume Spaß am Sandboden haben. Das haben wohl auch die meisten.

Baden kann man auf Fraser übrigens nicht. Es gibt zu starke Strömungen und außerdem Haie. Das ist auch durchaus plausibel, man sieht auch genug großeses Säugetierzeug herumschwimmen. Sitzt man nämlich mit Italienern im Bus, wird man mit Sicherheit lautstark auf alles hingewiesen, was vor der Küste entlanghüpft. Buckelwale, Delfine und Orcas. Ich persönlich habe zwar nur den Orca gesehen, aber damit hatte sich die Natur auch schon ein Sternchen verdient gehabt. Wilde Tiere sind super.


Fraser in Bildern. Nicht geeignet für Zuschauer mit einer Sonnenuntergangsintoleranz. Das meine ich ernst.

Nächstes Mal gibt es vermutlich eine on-the-road Episode. Oder, vielleicht mache ich die auch gleich im Anschluss. Hihi.

Uncategorized | By: Nina

Australia I: Frankfurt – Brisbane

22 December, 2009 (22:35) Kommentare: 2

Dieser Eintrag ist vermutlich ein bisschen langweilig. Aber er hat nette Bilder, also man kann es sich schon antun, es ist ja nicht so, als ob man die Konfrontation mit weniger Spannendem nicht gewohnt wäre.

Herzlich Willkommen meine Damen und Herren, das ich Sie kurz mit den Sicherheitsvorkehrungen vertraut machen?

Dies ist der erste einer Reihe von Australien Posts, wörumber der geht, das kann man im Titel lesen. (Im Titel liest man übrigens auch “Australia” – und das deshalb, weil mich erst einmal jemand überzeugen muss, dass es nicht schöner als “Australien” kling oder aussieht.)
Neu ist hierbei lediglich, dass es mehr Bilder gibt (Immernoch lightbox, leider, gibt’s einen besseren Ersatz?) und die sogenannten Klugscheißerfakten. Diese Klugscheißerfakten benennen, was ich selbst in Australien
gelernt habe, sind deshalb nicht unbedingt allgemein gültig und natürlich furchtbare Klugscheißerei für alle, die das schon vorher wussten – aber davon wollen wir ja nicht ausgehen.
Auf geht’s.

Wenn man nach Australien möchte, muss man da erst einmal hinkommen. Ums Umsteigen irgendwo in der Welt kommt man ja leider nicht herum. Im Grunde bleiben da drei Möglichkeiten: Dubai, Bangkok oder Singapur. Dubai mag ich nicht, Bangkok war ich bereits öfterts: Also Singapur. Mit Singapore Airways. Die fliegen zwar in Deutschland nur Frankfurt an, aber das ist nicht so schlimm, schließlich ist es immernoch die tollste Airline der Welt. (Oder auch: Die einzige mit über hundert Filmen in allen Klassen und die einzige, die noch Socken und Zahnbürsten verschenkt. Ja, das ist Grund genug, die zu mögen.)
Wenn man also von München drei Stunden nach Frankfurt braucht, nochmal vier Stunden am Flughafen sitzt und dann zwölf Stunden fliegt, ist man schon ganz nah bei den zwanzig. Und noch lange nicht fertig.

Als wir also etwa um sieben Uhr morgens am Changi Airport in Singapur landeten, war es stockdunkel. (Das steht im Widerspruch zu dem “Am Äquator geht die Sonne um sechs auf und im sechs unter”, was die Lehrer immer sagen, deswegen erwähne ich das. Auch möglich, dass die Lehrer eine alternative Definition von “aufgehen” haben.)
Der Changi Airport ist ja fast schon legendär, gewinnt ständig Preise und gilt als der beste Flughafen der Welt. Ich habe das nie ganz so verstanden, aber wenn man im Transit sitzen darf, dann ist das schon ziemlich nachvollziehbar. Die haben dort Fußmassagemaschinen, Koiteiche und ein Schmetterlingshaus.

sporeairport

Das sieht so aus. (Also, wenn man die Auswahl hat: In Dubai pennen die Leute im Transit haufenweise am Boden, eingewickelt in mitgenommene Flugzeugfetzendecken.)

Man mag ja dann gar nicht mehr rein in so Flugzeug, man muss aber wohl. Singapur-Brisbane, nochmal neun Stunden.

KSF I:
Wir sind nun bei über dreißig Stunden Reise. Das klingt jetzt ganz furchtbar, ist es aber eigentlich nicht. Auf dem neun Stunden Flug ist der Kopf schon so im Eimer, dass man wach nur noch etwa drei mitbekommt. Das geht dann ganz, ganz schnell.

Aus dem Fenster sieht man dann das australische Outback, allerdings eher von der ganz unspannenden Seite.

outback

Nach dem Outback ist man dann in Brisbane, gemäß der Insiderausprache möglichst ohne Vokale, also: Brsbn. Also, noch nicht ganz: zuerst muss man durch ziemlich strenge Kontrollen.

KSF: Während die Personen, die einreisen, ziemlich reibungslos ins Land dürfen, sind praktisch alle Formen von Lebensmitteln und deren Freunden verboten. Das ist zwar meistens so, aber in Brisbane ist es so interessant umgesetzt, dass die Hundestaffel persönlich alle Koffer beschnüffelt und etwa siebzig Pronzent der Einreisenden auspacken müssen. (Sie haben mit hundert angefangen - irgendwann war der Andrang zu groß)

Als wir in Brsbn aus dem Flughafen traten war es acht Uhr Abends, wieder stockdunkel und Brisbane war kalt und tot. Ständig fuhren Busse zur Gold Coast und Sunshine Coast vom Flughafen ab, das Shuttlebüschen in die Innenstadt kam fünfundzwanzig Minuten später. So konnten wir wenigstens zum Hotel, nur um sich dann gegen die aufkommende Unlust, Gefühl des Unwohlseins und das Berechenen von Moment – wie lange trage ich jetzt eigentlich schon meine Bekleidung? nach der ewigen Anreise hinwegzusetzen, um sich in eine Nahrungsmitteleinrichtung zu zwingen. Um halb zehn ist das allerdings kein einfaches Unterfangen.

KSF: In Australien werden die Bürgersteige viel zu früh hochgeklappt. Wirklich! Geschäfte schließen um sechs, Restaurants etwa um acht, Bars sind um zehn auch schon zu. Das gilt auch für die meisten Fastfoodketten, wenn sie nicht gerade sehr zentral liegen. Das ist natürlich bescheuert, wenn man schon ein Land hat, wo es die Temparaturen erlauben würden, ewig draußen zu sitzen.

Das einzige, was geöffnet hatte, war ein Burger King in der Fußgängerzone, der in australien nciht “Burger King” sondern “Hungry Jack” heißt und das alte Burger King Logo hat. Ansonsten war die Stadt voll mit besoffenen Teenagern.

KSF: Alkohol gibt’s in Australien zwar ab 18, aber nur in Restaurants/Bars mit Lizenz und sonst nur im Liquor-Store.

Die besoffenen Teenager waren aber gerade kollektiv dabei zu gehen, schließlich war es dann letztendlich auch schon fast elf. Die haben vermutlich einen völlig anderen Biorhythmus, das muss man auch akzeptieren.

Der erste Morgen in Brisbane wie all die anderen Morgende in Brisbane mit einem Sonnenaufgang vor sechs. (Wenn ich König von Australien wäre, würde ich die Zeitzone so setzten, dass meine Sonne nicht vor sechs aufgeht, um dann schon um fünf unterzugehen. Aber das nur am Rande.
Wir waren ja eigentlich permanent on the road, also war das auch gleichzeitig der einzige vollständige Tag in der Stadt. Wir sind zunächst in den/die/das Lone Pine Koala Sactuary gefahren, das ist eine Art Zoo, bei der man touristengerecht die Viecher auch anlangen darf. Das heißt: Die Kängurus, Koalas dufte man nur gegen Bezahlung für Fotos ankuscheln. Übrigen stinken Koalas auch nicht so besonders viel mehr als andere Tiere. Sie schlafen aber weitaus mehr als andere Tiere.

Tiere in Bildern














Rest des Tages: Brisbane. Zunächst die Fußgängerzone.

KSF: Australien ist sehr frei von Ketten, besonders von denen der Bekleidungsgeschäfte. Selbst in den Teilen der nicht-westlichen Welt, in denen ich bisher war, also Dubai, Bangkok, Singapur überschlagen sich die H&Ms, Forever21/18s, Topshops, Accessorizes und was es sonst noch so gibt. In Australien habe ich keine einzige gesehen. Die haben ihren eigenen Kram, der dem normalen kettengewohnten Auge missfallen dürfte (viel Fetzenartiges, qualitativ nicht besonders hochwertig) – und das ist auch noch eher teurer. Ach, übrigens, australische Bekleidungsmarken sind in Australien weitaus teurer als im Ausland (Ausland hier: asiatischer Raum und USA)

Danach noch ein bisschen die Stadt und den botanischen Garten. Brisbane ist eine recht nette Stadt, aber sicher angenehmer, wenn man nicht ständig vor der Dämmerung wegrennen müsste.

Brisbane in Bildern






Und das nächste Mal ginge es dann weiter mit Fraser Island.

Uncategorized | By: Nina

Dienstag, Weihnachten minus zwei Tage

22 December, 2009 (16:17) Kommentare: -

Es ist Dienstag. Das ist der Tag, an dem ich vier Stunden zwischendrin frei habe. Die kann mehr oder weniger sinnvoll nutzen, aber irgendwann innerhalb dieser vier Stunden muss Kaffeeeinnahme stattfinden, was ich jetzt gerade hier tue. Ich bin allein, anders als die meisten anderen Dienstage, insofern muss ich mich diesen Dienstag darauf beschränken schriftlich zu erzählen und dabei sooft wie möglich “Dienstag” zu schreiben, zumindest in den ersten Sätzen, wie man sieht.

Dienstag beginnt viel zu früh, etwa um sechs mit einer humanen Weckvorrichtung. Die maschienelle Weckvorrichtung ist nämlich irgendwann in der Nacht ausgefallen. Und wie das so ist, meldet sie das natürlich auch nicht. Wecker sollten zumindest irgendwo ein großes “Error” stehen haben, bevor sie gedenken auszufallen. (Alleine des Wortes “Error” wegen)

Dann geht Dienstag weiter mit der Reise, via Bus und S-Bahn. Letztere ist wie öfters am Dienstag verspätet. Aber das war nicht so schlimm, es war ja nicht so kalt. Ich lief aus Langeweile ein “Guten Tag” in den Schnee. Gesehen hat es vermutlich keiner, wenn es jemand gesehen hat, dann hat er es sicher nicht erkannt. (Schön war es nicht) Das war ein Schachzug aus Prinzip, weil man eigentlich dem ganzen Blödsinn, den sie Menschheit in Schnees läuft (oder uriniert) in Verkehrsmittel schmiert oder auf Toilettenwände malt entgegenwirken. Zumindest in angelaufene Scheiben ließe sich auch mehr als “Fuck” schreiben – theoretisch.

Erkenntnis auf der S-Bahnfahrt: Manchmal kann man Langeweile riechen. Der Geruch der Langeweile ist unbeschreiblich, aber wenn man ihm begegnet, dann merkt man das sofort. Dann laufen im Gehirn geheimnisvolle Prozesse ab an deren Ende ein großes “Achtung, langweilig”, projiziert auf die Großleinwand des innen Auges steht.

Analysis, letzte Vorlesung im Jahr in der. Geringe Teilnahme. Die an weihnachten großzügig verschenkte Ressource Zeit wurde hier voll ausgeschöpft. Das ist in Analysis immer so, da läuft eine punktgenaue Zeitaufzeichnung mit, in Dozentenform. Vorlesungsminuten und freie Minuten werden ganz ganz genau aufgewogen. Ein Konzeptbruch zu Weihnachten wäre allerdings eine nette Idee gewesen. Aber man kann nicht alles haben.

Freistunden, für Weihnachten eingekauft. Ereignislos. Bis auf die Massen von Schulklassen. Vermutlich Wandertage, jedenfalls verhielten sie sich so. Sie hatten McDonald’s Tüten (”Megges”, bei uns war es damals noch “Meckes” bzw. “Mäcces”), super gegelte Haare und exquisite Gesprächsthemen. Die mänlichen Schüler schmückten stolz das prägende, vermutlich durchwegs positive, Erlebnis aus, aus einem Erotikladen geworfen worden zu sein. Beziehungsweise der eine. Sein auf der Suche nach einer nie dagewesenen Gelrichtungsalternative kläglich gescheiterer Freund sei “voll geil rausgerannt”. Weibliche Schüler fischten darauf schwer beeindruckt weiter einzelte Pommes aus ihren braunen Tütchen. (Das einzelne Fischen der Pommes aus großen braunen Tüten mag ich persönlich nicht besonders gerne . Das liegt daran, dass man die genaue Aufbewarungmethodik der Pommes nicht sieht und dass man sich dann alles mögliche vorstellen kann, vorin, voran und vorauf die einzelnen Pommes ihr Dasein bis zum Verzehr fristen. Und wo doch braune Tüten sowieso normalerweise Dinge verpacken, die man nicht sehen soll. Kompost ist noch das geringste Übel.)

Danach EiP. Da von mir hochgeschätzte Auditorium war heute zum Großteil abwesend oder kam viel zu spät und saß dann woanders. Das war ein sehr, sehr trauriger Umstand. Ich musste mich deshalb mit Alternativbeschäftigungen von meinem Leid ablenken. Wenigstens schenkte EiP fünfzehn Minuten Weihnachtsfrei, was dann dazu führe, dass ich von der MVV einen zwanzigminütigen Aufenthalt auf einem All-Inklusive-Bahnsteig ermöglicht bekam. Das war toll.

Jetzt sitze ich in der S-Bahn nach Hause, habe bereits Grundschüler mit meinem Getippe schwer beeindruckt (”Hast das alles du geschrieben?” – Sie konnten etwa einen Absatz sehen.) Einen schönen Tag noch.

//Geschrieben ist das hier ausschließlich im Café, am Bahnhof und der S-Bahn. Immer in Fünfzehn-Minuten-Stückchen.

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Warum ich keine Plätzchen backen sollte

13 December, 2009 (22:21) Kommentare: 2

Man kennt ja de letzten Teil des Plätzchenbackens, wenn dann die Teigrest zu irgendeinem Unsinn verarbeitet werden.

Ich überspringe die Teile davor. (Und außerdem bin ich nicht besonders geschickt im Umgang mit Lebensmitteln.)

Hierbei handelt es sich um Pfefferkuchen, die schwedischen.

failwhale

Uncategorized | By: Nina

Glitzer und Äpfel

6 December, 2009 (04:54) Kommentare: 4

Ich muss gestehen, ich habe jetzt leider keine Lust mehr über Lipschitz-Stetigkeit nachzudenken. Es ist ja auch schon spät. Möchte bei dieser Gelegenheit anmerken, dass mein Gewissen ein egoistischer penetranter Unsympath ist. Das läasst mich fast gar nicht in Ruhe. Aber um die Uhrzeit am Samstag geht es einigermaßen.

Folglich werde ich die Gelegenheit nutzen, mich unbeliebt zu machen. 

Ich war heute im Kino. Es gab “New Moon”. Es war ein Gruppenzwangkino, aber eventuell hätte ich mir den Film auch so ansehen wollen. Zwar nicht auf deutsch und nicht an einem Samstag, aber an sich ja schon. Vielleicht. 
“New Moon” ist, wie man ja weiß, eine Literaturverfilmung. ich habe besagte Literatur auch gelesen, vor etwa einem Jahr. Damals, am 30. Januar (stimmt das?) habe ich Vormittags meine Facharbeit abgegeben und mich Nachmittags mit Büchern belohnt, die man möglichst ohne Belastung des Gehirns lesen kann, als Ausgleich zu dem, was ich für die Facharbeit lesen musste.
Also habe ich mir damals die sagenumwobene Twilight-Saga komplett gekauft. Gehört hatte ich schon viel darüber. Immer wieder ein bisschen. Es hat zum Beispiel ein wenig gebraucht, bis ich verstanden habe, dass dieser “Twilight”-Kram das Original ist zu den seltsamen deutschen Büchern mit dem komplett bescheuerten Wortspiel als Titel. (Zur Erinnerung: “Bis(s) zum Morgengrauen” und Freunde) Als ob man sonst mit den überwältigenden Fähigkeiten von Titelübersätzern mit ihrer besonderen Leidenschaft für “Liebe” nicht schon genug Anlass zum Kopfschütteln hätte… (Heute erst wieder einen Trailer gesehen. Originaltitel: “The Rebound”. Deutscher Titel: “Lieber Verliebt”) Aber das ist ein ganz anderer Teller Buchstabensuppe.

Die englischen Twilight-Bücher haben zunächst wirklich hübsch Cover. Das muss man ihnen lassen. Die Illustrationen sollen hauptsächlich tiefsinnige Metaphern sein, aber an Genialität grenzen sie bedauerlicherweise nicht. Trotzdem, der rote Apfel auf dem ersten Band ist nett.

Und dann kommt die Story. Wir haben eine Sterbliche, das ist die Bella und einen Vampir, das ist der Edward. Und die verlieben sich jetzt. Das ist aber mit Komplikationen verbunden, weil Vampire ja theoretisch die Bella essen könnten. Beziehungsweise umbringen. Das wäre die Grundidee. Dann ist noch erwähnenswert, dass Vampire an sich und der Edward im Speziellen als ungeheuer gutaussehend beschrieben werden. Und das wäre die Grundidee der Hysterie um dieses Schriftwerk.
Im ersten Band ist die Handlung noch ganz nett, für ein Buch für eine weibliche Zielgruppe, zu der ich nicht mehr gehörte. (Aber wir erinnern uns: Lesbar ohne Hirn) Es ist entspannend, dass ein Fantasybuch ohne blöde Drachenviecher auskommt, weil es so für keinen Verlag einen Grund gibt, eine grinsende/weinende/erschreckende/wütende Drachenvisage auf das Titelbild drucken zu lassen. So fällt es leicht, das Buch von anderen “Fantasy”-Werken der Unterhaltungsliteratur für Kinder und Jugendlich zu unterscheiden. :-) Außerdem gibt es eine Hysterie und da ist es immer nett, ein bisschen mitzumachen. Ist doch schön, wenn Kinder sich auf Bucherscheinungen freuen wie auf Weihnachten und wenn die, die sonst nicht lesen, auch einmal ein bisschen mitreden können. Es war ja auch viel toller, “Harry Potter” zu lesen, als ich ihn gelesen habe als wenn ich jetzt mit dem ersten Band anfangen müsste.

Also habe ich das gelesen. Ging leicht und schnell und war nicht besonders anspruchsvoll. Aber ich frage mich seit dem, ob denn die ganze weibliche Fangemeinde die stockdoofe Hauptperson Bella, aus deren Perspektive erzählt wird nicht als Beleidigung sehen. Man muss sich doch weigern, sich mit dem geistigen Niveau eines Toastbrotes zu identifizieren. Oder ist es so, dass man am Anfang, wenn in der Regel die Figur noch mental ganz in Ordnung scheint, auf sie herein fällt und dann die nächsten tausend Seiten nicht mehr aus dem Toastbrotkasten kann?
Das ist wohl ein Phänomen. Mir fällt da spontan “The Princess Diaries” ein, das jetzt nach zehn Bänden vor gar nicht so langer Zeit zum Ende gekommen ist. Ganz zu Beginn war die Figur Mia Thermopolis, wohnhaft in Manhattan, die irgendwann, vermutlich mit 16, erfährt, dass sie Prinzessin eines europäischen Landes ist, überaus sympathisch und den bösen Püppchenfeinden weitaus überlegen. Etwa ab dem fünften Band nahm die Intelligenz gleichzeitig mit der Individualität deutlich spärbar ab, davor nur ein bisschen. Im achten Band agiert Mia mit dem Verstand einer abgelaufenen Tüte Vollmilch. An das neunte kann ich mich nicht erinnern, das zehnte Buch habe ich nie angefasst.
Irgendwann würden beide Heldinnen reduziert auf Beziehungsgeseusel. Die Form von Beziehungsgeseusel, wenn es nichts zu Seuseln gibt. Erläutern wir einmal das Geseusel anhand eines Schweinsbratens.
Figur möchte Schweinsbraten, Figur bekommt Schweinsbraten. Figur freut sich, Schweinsbraten auch.
Doch dann.
Figur (denkt): Mein schöner, schöner, schöner Schweinsbraten! Du bist wirklich sehr lecker! [...] Du schmeckst gut, lieber Schweinsbraten [...] Ob der Schweinsbraten mich wohl auch so gerne mag wie ich ihn? Soll ich ihm sagen, dass er mir schmeckt? Nein, dass kann ich auch nicht, er muss zuerst sagen, dass er froh ist, dass ich ihn essen.
Schweinsbraten: schweigt.
Figur (denkt): Er hat immer noch nichts gesagt. O GOTT, er mag nicht, dass ich ihn esse. Ich muss weinen. (Figur weint) Das ist so gemein, nach alles, was ich für ihn getan habe. Er möchte sicherlich von jemand anderem gesessen werden, nicht von mir! Sicherlich hat er in der Metzgerei jemanden gesehen und jetzt möchte er lieber von ihr gegessen werden als von mir, O GOTT ich bin am Boden zerstört. Ich hör auf zu essen.
Figur: Schweinsbraten?
Schweinsbraten: Ja?
Figur: Schweinbraten, ich weiß, dass dich in der Metzgerei noch jemand angeschaut hat und du möchtest lieber von jemand anderem gegessen werden, richtig? Schweinbraten, sag mir die die Wahrheit – es bricht mir das Herz, aber spricht es aus. (weint)
Schweinbraten: Nein, nein, du bist mir schon recht, du darfst mich essen.
Figur freut sich: Schweinsbraten will nur von mir gegessen werden! Schweinsbraten ist super. [...]
Figur denkt: Puh. OH GOTT, Schweinsbraten braucht eine Beilage.. OH GOTT ich brauche eine PERFEKTE BEILAGE für Schweinsbraten und finde keine!!!! OH GOTT was mach ich jetzt?!?! Schweinsbraten wird NIE mein ABSCHLUSSBALL (!!!) GERICHT sein, wenn ich ihm keine schöne Beilage gebe!!!!
Schweinsbraten: Was is denn los?
Figur: DU BIST HEUTE AUF MEINEM TELLER UND ICH HABE KEINE PERFEKTE BEILAGE!!!
Schweinsbraten: Der Kartoffelsalat passt doch.
Figur: Puh!
Figur denkt sich: Schweinbraten ist schon wieder so schweigsam. Was hat er nur? OH GOTT, er will bestimmt, dass ich ihn salze! Alle, die ich kenne, salzen ihre Schweinsbraten, er erwartet das bestimmt von mit OH GOTT, er will nicht, dass ich ihn esse, wenn ich ihn nicht salze!! OH GOTT – ICH WILL IHN NICHT SALZEN!!!!
Schweinsbraten: Was hast du denn schon wieder?
Figur: ICH WILL DICH NICHT SALZEN!!!!!!!! ABER DU WILLST NICHT VON MIR GEGESSEN WERDEN, WENN ICH DICH NICHT SALZE!!!!
Schweinsbraten: Mir ist alles recht, mach, was zu willst.

Ich gebe zu, das war eher “The Princess Diaries”  – einen “Twilight” Entwurf habe ich auch, aber für das Ende war ich letztendlich dann zu müde. :-)

Uncategorized | By: Nina