{"id":853,"date":"2009-12-31T01:33:34","date_gmt":"2009-12-31T00:33:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/?p=853"},"modified":"2011-02-03T02:23:47","modified_gmt":"2011-02-03T01:23:47","slug":"australia-iii-on-the-road-fraser-airlie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=853","title":{"rendered":"Australia III: On the road (Fraser \u2013 Airlie)"},"content":{"rendered":"<p>Der Zwischendurchpost. Es handelt sich hierbei um die Strecke von Hervey Bay nach Airlie Beach auf dem Bruce Highway. Das sind etwa 850 km, dazu ben\u00f6tigt man zehn, elf Stunden. Ja, lustig. Und wenn man cool ist, schafft man das an einem Tag. Man beginnt morgens und kann sich die ersten hundert Kilometer \u00fcber bl\u00f6de Ortnamen und noch bl\u00f6dere Ortkonstruktionen freuen, nette Wellblechh\u00e4user, Richtung Bundaberg, wo Bier gebraut weird, Gin Gin, Apple Tree Creek.. hach, nett. Und dann h\u00f6rt die Zivilisation auch ziemlich schnell auf. Das bedeutet im Wesentlichen folgendes:<\/p>\n<p><strong>Achtung, Fauna<\/strong>. In Australien kann man ganz viele Tiere totfahren, zumindest sagen das die Schilder. Im Prinzip ist es so, dass man alles, was nicht fliegen kann, auch \u00fcberfahren kann. Koala-Schilder sind besonders nett, die sind n\u00e4mlich meistens dreifarbig (gelb-schwarz-grau), allerdings habe ich nie einen wilden Koala gesehen.<\/p>\n<p><strong>K\u00e4ngurus.<\/strong> <strong>Road Kill.<\/strong> Sollte man ein Achtung, K\u00e4nguru Schild sehen ist das ausnahmsweise wirklich ernst zu nehmen. K\u00e4ngurus werden stapelweise \u00fcberm\u00e4ht &#8211; traurig, aber war. Biologisch interessierte Menschen k\u00f6nnen auf dieser Strecke Zeugen einer ebensnahen Verwesungspr\u00e4sentation des K\u00e4ngurus in diversen Stadien, Formen und Gr\u00f6\u00dfen werden. Wenn man am Horizont die Aasgeier vom zweihundersten K\u00e4ngurukadaver aufflattern sieht, kommt einem langsam der verdacht, das K\u00e4ngurus wohl ziemlich doof sind. Tats\u00e4chlich ist dies der Fall. Die Tiere sind \u00e4u\u00dferst unscheu wenn sie Stra\u00dfen begegnen, so sieht man regelm\u00e4\u00dfig Gruppen zehn, zwanzig Meter neben der Stra\u00dfe im Geb\u00fcsch liegen. Tags\u00fcber. Wenn es k\u00fchler wird, setzt sich das K\u00e4nguru an sich auch gerne direkt in den Stra\u00dfengraben, beziehungsweise in die kahlrassierten Fl\u00e4chen neben der Stra\u00dfe, die zur K\u00e4ngurufr\u00fcherkennung dienen sollen.\u00a0 Die Nacht ist dann schlie\u00dflich die beste Zeit f\u00fcr K\u00e4ngurukollisionen. (Wenn man sowas mag.)<\/p>\n<p><strong>Nicht einschlafen.<\/strong> Wohl h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Unf\u00e4lle am Highway: Einschlafen. Regelm\u00e4\u00dfige Schilder mit netten Spr\u00fcchen sollen davor bewahren. Nette Spr\u00fcche im Vergleich zu deutschen Verkehrssicherheitskampagnen.<\/p>\n<p><strong>Creek. <\/strong>Man kommt nicht drumrum unz\u00e4hlige Creeks zu \u00fcberqueren. Alle haben Namen, alle haben Namensschilder und alle hei\u00dfen &#8222;Creek&#8220;, egal wie ausgetrocknet sie sind. Die Frage lautet nun, wer sich den ganzen Schmarrn ausgedacht hat &#8211; wer zahlt f\u00fcnfhundert Creek-Schilder f\u00fcr irgendwelche Rinns\u00e4le, die Stra\u00dfenplaner wohl improvisiert benannt haben. Oder gab es bei der Erstbe-Reitung des Highway jedes mal ein dramatisches : &#8222;What&#8217;s the name of THIS creek&#8220;, und der Himmel offnete sich \/ ein anwesendes K\u00e4nguruh sprach \/ Rauchzeichen erschienen \/ das magische Digeridoo fl\u00f6tete \/ [&#8230;] den Namen und dann sprach der tapfere Reiter &#8222;[insert name here] creek you (man war damals \u00fcber &#8222;thou&#8220; hinweg?) shall be&#8220; und lie\u00df den Namen von seinem Handlanger auf der Karte eintragen?<\/p>\n<p><strong>Buschfeuer<\/strong>. Ja, das gibt es auch, die abgebrannte Vegetation. Oder die noch brennende. Einmal sind wir direkt am brenndenen Gestr\u00fcpp vorbeigefahren. Im Grunde ist das aber nicht so spannend, weil es so allt\u00e4glich ist. Es kommt kein Fernsehteam und keine Lokalradiomannschaft. Aber man kann erz\u00e4hlen, man sei durch einen Buschbrand gefahren.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4dte. <\/strong>Rockhampton, Mackay, Proserpine. Vielleicht noch ein paar mehr, am meisten sieht man von Rockhampton, dort f\u00fchrt der Highway direkt durch die Stadt. Rockhampton hat sehr, sehr,<em> sehr<\/em> viele Statuen von Rindern in der Stadt. Von m\u00e4nnlichen Rindern. Von <em>so <\/em>m\u00e4nnlichen Rindern, dass die Statuen zus\u00e4tzliche Eisenst\u00e4be zur Stabilisierung der gro\u00dfz\u00fcgig dargestellten Geschlechtsteile der m\u00e4nnlichen Rinder haben. Ich finde nirgens Information \u00fcber die Rindertestosteronarmee von Rockhampton, allerdings m\u00f6chte ich glauben, dass die Eisenst\u00e4be viel eher die Stiere von Vandalismuskastration sch\u00fctzen sollen. Ja, das sieht man alles vom Auto aus.<\/p>\n<p><strong>\u00d6de<\/strong>. Irgendwann muss man halten, auch wenn im Nirgendwo ist. Erster Stop:\u00a0 Eine Tankstelle inklusive alles andere irgendwo\u00a0 in der N\u00e4he von Miriam Vale. Unterhaltungsnahrung gekauft. Sie hatten in ihrem Wellblechschuppen ein recht breites Sortiment, sogar N\u00e4hzeug, dass wie davor erfolglos versuchten zu kaufen (Sprei\u00dfel und keine Operationswerkzeuge) und das hei\u00dft wohl, dass das wohl auch das einzige Angebot im Umkreis war. Nett. Wenn man nur so vorbeif\u00e4hrt.<br \/>\nN\u00e4chstes Beispiel, Marlborough, kurz nach Rockhampton. Witziger Name, ja. Population: 355. Kaffee gab&#8217;s im einzigen Lebensmittelgesch\u00e4ft von Marlborough, gruselig undekoriert. Alles weitere der wundersch\u00f6nen Ortschaft in den Bildern. \u00dcbrigens sind die Admission Prices vom Swimming Pool F\u00fcr Adult 3$,\u00a0 Students 2$, Non Swimmers 1$. (Nicht Schwimmenwollende oder Nichtschwimmer? Jedenfalls stelle ich mir die \u00dcberwachung von 1$-G\u00e4sten nett vor.)<\/p>\n<p><strong>Sugar Cane.<\/strong> In Queenslad gibt es viel, viel, viel Zuckerrohr. Ich wusste das nicht. Wenn man mich gefragt h\u00e4tte, was es in Queensland wohl so gibt h\u00e4tte ich wohl mit meinem gnadenlos guten Schulerdkundewissen &#8222;extensive Weidewirtschaft&#8220; gesagt. Das gibt es auch, jetzt wei\u00df ich, dass is in Wirklichkeit <em>extensive Weidewirtschaft mit \u00e4u\u00dferst h\u00e4sslichen Rindviehern mit Hautlappen am Hals, die unter anderem faule Orangen zu fressen bekommen<\/em> ist. Tats\u00e4chlich gibt es viel Zuckerrohr, also Sugar Cane.\u00a0 Es gibt eine nette winzig kleingleisige Sugar Cane Rail, die zum Transport der Ernte direkt vom Feld nach sonst wohin dient, es gibt viele Quarat\u00e4ne Schilder, auf denen &#8222;Quarantine! Do not carry sugar cane&#8220; steht &#8211; aber nie, wann so eine Quarant\u00e4nezone aufh\u00f6rt, was das passieren k\u00f6nnte, und warum die Schildchen schon so alt sind. Vermutlich darf man aus Prinzip Zuckerrohr dort nichteinmal durch halb Queensland schleifen und wir globalisierten Menschen wissen gar nichts davon.<br \/>\nUnd unweigerlich kommt jetzt ein Exkurs. Es gibt Zuckerrohrsch\u00e4dlinge. Cane Beetles.\u00a0 Die sind australisch und man wollte sie weghaben. Also hat man die Cane Toad (Aga-Kr\u00f6te, oder auch f\u00e4lschlicherweise im Volksmund Ochsenfrosch &#8211; nach der Ochsenfroschhysterie bei uns vor ein paar Jahren) importiert. Die Toad hat aber die Beetle nicht gefressen sondern alles andere und dann hatte man ein Problem. Zudem ist laut einem lusitgen Touristenranger das Viech so giftig, dass ein Tier, dass die Toad frisst, eingeht. Und ein Tier, dass das nun neu verendete Tier verspeist, auch das Zeitliche segnet. Und ein Tier.. und so weiter. Gilt auch f\u00fcr Menschen. Alle sterben. Sagte zumindest der Touristenranger. Auftritt australische Regierung. Australische Regierung setzt die Cane Toad unter Naturschutz und vermietet die systematische T\u00f6tung von genau diesen. Resultat: Kleine Queenslandkinder lernen schon fr\u00fch die Freuden des Cane Toad Umbringens und haben fortan Spa\u00df trotz des Gesetzes Kr\u00f6ten abzumurksen. &#8222;I&#8217;m doing this for my country,&#8220; sprach auch der Touristenranger nicht ohne Stolz als er aus theatralischer H\u00f6he durch eine Cane Toad am Wegesrand bohrte.<\/p>\n<p><a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Welcome to Marlborough\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_01.jpg\"><br \/>\n<strong>Marlborough und die wunderbare Welt entlang des Bruce Highway<\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Erlebnisbad von Marlborough. Flexible &Ouml;ffnungzeiten.\" \" href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_02.jpg\"> <strong> <\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Marlborough.\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_03.jpg\"><strong> <\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Man m&ouml;chte meinen, da haben welche einen Rasensprenger\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_04.jpg\"><strong> <\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Vermutlich muss dieser native Marlborougher zum Telefonieren auf die Stra&szlig;e gehen. Hat er aber Gl&uuml;ck mit dem Klima.\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_05.jpg\"><strong> <\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Yiiihaa!\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_06.jpg\"><strong> <\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Ja. Kann passieren. Das ist &uuml;brigens der Bruce Highway mit allen seinen Spuren. Manchmal kommen kurze &Uuml;berholspuren, aber nicht, wenn H&auml;ser vor einem rumfahren.\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_07.jpg\"><strong> <\/strong><\/a><br \/>\n<a class=\"alignnone size-full wp-image-966\" title=\"Sugar Cane\"  href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/road_08.jpg\"><strong> <\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/wp-admin\/post-new.php#categories-all<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[7],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/853"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=853"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/853\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":991,"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/853\/revisions\/991"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}