{"id":749,"date":"2009-06-27T15:35:18","date_gmt":"2009-06-27T13:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/?p=749"},"modified":"2011-10-23T18:55:02","modified_gmt":"2011-10-23T16:55:02","slug":"re-abizeitung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=749","title":{"rendered":"RE: Abizeitung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ach, es gibt sie doch? Wie war das jetzt eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>An dem Tag, an dem ich meinen Jammer-Zusammenbruch hatte, war von Anja\u00a0geplant, sie morgens komplett und fertig um etwa neun in einer Druckerei im Landkreis abzuliefern. Zu dem Zeitpunkt war mir klar, dass es nur funktionieren w\u00fcrde, wenn ich die <em>ganze<\/em> Nacht daran arbeiten w\u00fcrde. Dazu war ich zu zu m\u00fcde und zu kaputt. Das wa also Scheitern auf meiner Seite, was ich \u00fcberhaupt nicht haben kann. Ich h\u00e4tte ja zugeben m\u00fcssen, dass ich es nicht gepackt habe.<br \/>\nDie Druckerei konnte dann aber nicht erreicht werden (es h\u00e4tte also doch nicht bis um acht fertig sein m\u00fcssen), die meldete sich erst am Nachmittag. Und dann teilte sie uns mit, sie w\u00fcrde 1700 Euro <em>mehr <\/em>verlangen als unsere geplante Druckerei, zu deren Preis das ein Alternativangebot sein sollte. Die geplante Druckerei lag irgendwo zwischen Stuttgart und Karlsruhe, das machte Selbstabholung also schwierig &#8211; au\u00dferdem lie\u00df das Angebot ewig auf sich warten. (Trotz Mail und Anruf, dass wir es schnell br\u00e4uchten, kam es erst vorgestern.) Die sagten, sie br\u00e4uchten sieben Werktage. Wir hatten nur noch drei.<br \/>\nInsofern teile ich der ganzen Stufe mit,\u00a0 die Zeitung w\u00fcrde nicht fertig werden.\u00a0 In der Situation wardas auch v\u00f6llig unrealistisch.<br \/>\nF\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter, nachdem ich eine Rundmail mit dem Inhalt geschrieben hatte,fand Anja eine Druckerei in M\u00fcnchen, die uns versprach, sie w\u00fcrde bis Freitag fertig sein und f\u00fcr alle unsere SOnderw\u00fcnsche etwa 3100 \u20ac verlangen. Wir machten einen Termin f\u00fcr neun Uhr am n\u00e4chsten Tag aus &#8211; und erz\u00e4hlten fast niemandem davon. Falls es wieder nichts werden sollte. Stattdessen sagte ich meine Teilnahme am Introfilmdreh (&#8222;Alles Neu&#8220; &#8211; f\u00fcr die Insider) ab, ez\u00e4hlte ich h\u00e4tte einen Arzttermin und machte die Zeitung die ganze Nacht &#8211; bis Viertel nach f\u00fcnf morgens druckfertig. Um halb sieben bin ich wieder aufgestanden und bin dann mit Anja nach M\u00fcnchen gefahren. Die Druckerei war zuerst sehr skeptisch mit unserer Vorlage &#8211; da waren die Portraitfotos in Farbe drin, das hat ihnen nicht gefallen. Ich hatte am Tag davor extra nochmal bei Jones nachgefragt, er meinte, das ist eh besser, wenn die Vorlange farbig ist. (Ich habe das anders gelernt &#8211; in Normalfall h\u00e4tte ich das PDF halt s\/w gemacht, aber das war dann auch hinf\u00e4llig.) Mit dem Umschlag gab es auch Probleme. Na gut, zumindest versprachen sie uns einen Probedruck bis Mittag. Wir blieben also bis Mittag in M\u00fcnchen.Ein WUnder, dass ich nicht irgendwo weggeschlafen bin, zweimal war ich kurz davor. Der Probedruck war fast in Ordnung, einige Seiten waren zu dunkel, die sollten wir nachliefern.<br \/>\nIch habe die neuen Seiten am n\u00e4chsten Tag fr\u00fch morgens geschickt. Um zehn ruft die Druckerei bei Anja an, Anja ruft bei mir an: Sie h\u00e4tten keine Seiten bekommen. Tats\u00e4chlich, ich habe eine delivery-failed-mail, irgendwo im Spamfilter. Ich rei\u00dfe mir die Haxen aus, dass sie das Material richtig bekommen: Besonders das Umschlag PDF mit seinen 16MB mag einfach nicht. Ich lade alles auf meinen Webspace &#8211; kurz vor elf scheinen sie nach einigen Verst\u00e4ndigungsproblemen zufrieden zu sein. (&#8222;R\u00fcckseite&#8220; war nicht die R\u00fcckseite der Zeitung, sondern die Umschlaginnenseite.)<br \/>\nOb die Zeitung so \u00fcberhaupt noch fertig wird? Die paar Leute die davon wissen, etwa f\u00fcnf, darunter Minnie als Inhaberin des Stufenkontos und Rechnungsadresse sind dauerbesch\u00e4ftigt mir dem Anl\u00fcgen der gesamten Stufe, von Lehrern, dem Kollegstufenbetreuer, der Direktorin. Es ist anstrengend, aber wohl doch die beste L\u00f6sung?<br \/>\nDonnerstag ruft die Druckerei bei Minnie an, best\u00e4tigt den Abholtermin f\u00fcr zw\u00f6lf Uhr am Freitag &#8211; f\u00fcr eine fertige erste H\u00e4lfte und zweite H\u00e4lfte mit noch trocknen m\u00fcssender Klebebindung, die wir in Umschl\u00e4ge verpacken sollen mit der Aufschrift, man d\u00fcrfe sie erst am Sonntag \u00f6ffnen.<br \/>\nFreitag teilt die Druckerei mit, dass ihnen eine Maschine in der Nacht verreckt sei, und so nur eine H\u00e4lfte &#8211; die fertige &#8211; zur Abholung bereit sei.<br \/>\nZeitungen werden abgeholt, verkauft &#8211; und nur die wenigsten glauben, dass wir nicht dramatisisert haben. Ohne die neue Druckerei w\u00e4re es tats\u00e4chlich nichts geworden.<\/p>\n<p><strong>War es so schlimm?<\/strong><\/p>\n<p>Schon ziemlich. Das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Ich habe drei Wochen lang h\u00f6chstens sechs Stunden geschlafen und konnte nie vor zwei Uhr morgens ins Bett. Zweimal habe ich bis morgens um f\u00fcnf gearbeitet, bis Sonnenaufgang. Dann wurde mir die Situation, bis dahin nicht geschlafen zu haben,\u00a0zu seltsam und ich bin ins Bett. Die drei Tage vor dem Druck waren am \u00e4rgsten. Acht Stunden Schlaf, verteilt auf drei Tage.<br \/>\nDie Folgesch\u00e4den von Schlafmangel blieben zum Gl\u00fcck aus. Konzentrationsunf\u00e4higkeit, vermutlich, aber keine komplette, und Appetitlosigkeit. Ich habe mich fast schon gefreut, als ich am Mittwoch endlich man wieder Hunger hatte. Und dann kam nat\u00fcrlich der psychologische Kram dazu: Man kann ja fast nicht anders, als die eigene Arbeit gegen die der anderen aufzuwiegen, die ihren Teil dann nicht geschafft haben. Dinge wir fehlende \u00dcberschriften ausdenken oder leere Seiten zu f\u00fcllen sind zwar jetzt keine schrecklichen Arbeiten. Aber man fragt sich: Warum k\u00f6nnen die das nicht selber? Das ist auch ein halber Tag, der da drauf geht. Insgesamt waren es wohl schon \u00fcber f\u00fcnfhundert Arbeitsstunden f\u00fcr mich &#8211; mit allem.<\/p>\n<p><strong>Zufrieden?<\/strong><\/p>\n<p>N\u00f6. Das Ding ist sowas von voller Fehler. Ich sch\u00e4me mich. Ich h\u00e4tte einen Nachkorrektor gebraucht, war aber zu knapp fertig f\u00fcr einen. Ich pers\u00f6nlich konnte die Zeitung einfach nicht mehr sehen. Jetzt sind da eben viele Tippfeler, einmal bei einer die falschen LKs (sie fand&#8217;s aber klasse), eine Zitat doppelt untereinander und vieles mehr. Dazu kommen die Fehler, die ich zwar bemerkt habe, aber nicht ausgebessert habe, weil ich mir dachte, dass es maximal f\u00fcnf Leuten \u00fcberhaupt auff\u00e4llt (Stichwort: Hurenkinder) &#8211; da hatte ich dann keine Lust mehr. Ich hoffe nur, dass das nach einiger Zeit nicht so oft f\u00e4llt. (&#8222;Ja, daf\u00fcr sind da aber <em>end<\/em> viele Fehler drin.&#8220;)<\/p>\n<p><strong>Und jetzt?<\/strong><\/p>\n<p>Gestern habe ich schonmal ganzganz viel Lob bekommen von den Leuten, die die vielen Fehler offensichtlich noch nicht bemerkt haben. Dass sie sch\u00f6ner aussiehrt als bisher sieht aber wohl ein Blinder mit Kr\u00fcckstock. ;-) Jetzt m\u00fcssen wir sie nur noch loswerden..<\/p>\n<p>&#8222;Finde den Huberich&#8220; ist \u00fcbrigens ein Insider, der auf der Kursfahrt in Edinburgh bekann und inzwischen stufenweite Bekanntheit erreicht hat. Er ist tats\u00e4chlich in der Zeitung versteckt, aber so gut, dass ihn nie jemand finden wird. :-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ach, es gibt sie doch? Wie war das jetzt eigentlich? An dem Tag, an dem ich meinen Jammer-Zusammenbruch hatte, war von Anja\u00a0geplant, sie morgens komplett und fertig um etwa neun in einer Druckerei im Landkreis abzuliefern. 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