{"id":359,"date":"2008-09-30T18:09:30","date_gmt":"2008-09-30T17:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/?p=359"},"modified":"2008-09-30T18:09:30","modified_gmt":"2008-09-30T17:09:30","slug":"oh-bestgeliebtes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=359","title":{"rendered":"Oh Bestgeliebtes!"},"content":{"rendered":"<p>Folgender Text ist sehr lang; Ich habe das gestern geschrieben, bis ich bereits im Halbschlaf war und es dann nicht abgeschickt, weil ich es f\u00fcr zu lang gehalten habe. F\u00fcr etwa f\u00fcnf Minuten wollte ich den Text dritteln, dann aber wollte ich doch lieber schlafen. Jetzt, einen Tag sp\u00e4ter, stelle ich mir vor, dass folgender Bl\u00f6dsinn in Dritteln noch bl\u00f6der ist als am St\u00fcck. Man<em> muss<\/em> es ja nicht ganz lesen. Kann man aber, kann man durchaus.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>Wir schreiben Montag. Der Montag ist mein einziger Tag mit Nachmittagsunterricht, so wie man ihn sich vorstelle. Ich habe noch einmal Sport am Nachmittag, aber da ist so viel Zeit dazwischen (sechs Stunden), dass das schon nicht mehr zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Dieser ganz gew\u00f6hnliche Montag beinhaltete unter anderem folgende Zeitabschnitte:<br \/>\n<strong>Geschichte: <\/strong>Montag haben wir Geschichte in einem Klassenzimmer, von dem man direkt ins Lehrerzimmer sehen kann. Das ist das einzige meiner R\u00e4ume dieser Art, in sofern m\u00fcssen in dieser Stunde selbstverst\u00e4ndlich Lehrerzimmerbeobachtungen stattfinden. Allerdings &#8211; leider &#8211; sind die Lehrer, die sich in dieser Stunde in ihren Gem\u00e4chern befinden, eher langweilig. Haupts\u00e4chlich sind da Religionslehrer. Hm, trotzdem stellt sich die Frage, was hinter verschlossenen Lehrerzimmert\u00fcren mit illegal eingeschleppten Wurstsemmeln passiert. (Der Nahrungsmittelverzehr ist nur in den Nahrungsmittelverzehrzonen gestattet, die sich in der Aula und der Mensa befinden. Ja, man kann sich das durchaus wie Raucherk\u00e4mmerchen vorstellen, wenn man m\u00f6chte.) Aber vermutlich verpacken die Lehrer ihre Semmeln nur und verf\u00fcttern sie\u00a0auf dem Heimweg an Enten. \u00a0<br \/>\nNebenbei wurden wir heute von unsererm Geschichtslehrer ausdr\u00fccklich zur Rebellion aufgerufen. Zahme Rebellion, versteht sich. Aber man ist ja doch erstaunt, wenn einmal ein Lehrer sich traut, offen zur Sch\u00fclerseite zu stehen. (Es ging darum, dass\u00a0wir als Oberstufe im neuen Schulhaus nicht mehr\u00a0 &#8211; wie fr\u00fcher &#8211; in den Pausen sein d\u00fcrfen, wo wir wollen. Das hei\u00dft: Das Privileg in den G\u00e4ngen stehen zu d\u00fcrfen w\u00e4hrend der Rest der Welt in die Aula oder den Pausenhof muss.)<\/p>\n<p><strong>Englisch:<\/strong> Politik. Soll ich ehrlich sein? Es h\u00e4ngt mir zum Hals raus. Wir haben ja bereits zwei Klausuren \u00fcber Politik geschrieben, diie n\u00e4chste wird die Dritte. Nat\u00fcrlich ist das naheliegend und sinnvoll mit den nahenden Pr\u00e4sidentschaftswahlen, aber zum Hals raush\u00e4ngen tut es mir trotzdem. Und mir kann keiner erz\u00e4hlen, dass man mit einem Jahr Sozialkunde in der Zehnten nicht besser\u00a0mit ausl\u00e4ndischer Politik auskennt als mit der Eigenen. Meine Kenntnisse h\u00f6ren exakt bei &#8222;\u00dcberhangmandat&#8220; auf, und das ist, soweit ich mich umgeh\u00f6rt habe, noch recht gut. Da kann man gerne mit den Wahlen vom Sonntag daherkommen, da nun ja.. \u00e4h.. also in Frankreich, da haben sie ja noch g\u00e9n\u00e9ral, r\u00e9gional und municipal R\u00e4te. First past the post! The winner takes it all!\u00a0Und ahaaa, es gibt also einen Bezirkstag auch noch. (Der Landtag hier vernachl\u00e4ssigt, um den Schockeffekt zu erh\u00f6hen. Was ein Landtag ist, das wissen die meisten Sch\u00fcler.) Sehr nett ist, dass sowieso die meisten ihr Unwissen annehmen und nicht besonders angetan reagieren, wenn man ihnen Neues erz\u00e4hlt.\u00a0Tja, und die Welt ist ja selber schuld. Was es zu wissen geben w\u00fcrde, dass passt halt nicht in ein Jahr Sozialkunde. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, zu denken,\u00a0das man mit einem Jahr Bio, Erdkunde oder Physik genug wei\u00df, um auf die Menschheit losgelassen zu werden.<\/p>\n<p>Neun Jahre English, einige Male waren Wahlen in den USA und Gro\u00dfbritannien. (Wir sind ja G9, damals, als man uns erfunden hat, da war das die englischsprechende Welt. Den Rest gibt es nicht, folglich ist ihre Politik auch nicht wissenswert.) Sicher vier Mal, \u00fcber die Jahre. Angefangen hat es, soweit ich wei\u00df, in der Achten.<\/p>\n<p>Genug davon. Nebenbei hab ich meiner Banknachbarin erkl\u00e4rt, dass mein Kenntnisstand australischer Tiere sehr eng mit den Charakteren aus &#8222;Blinky Bill&#8220; (Ja, der Zeichentrickserie. Offensichtlich gibt es auch ein Buch, aber.. nun ja.) in Verbindung steht. Bis auf\u00a0eventuell den tasmanischen Teufel, kommt da alles vor, was mir so bekannt ist. Einiges habe ich da zum ersten Mal geh\u00f6rt, darunter Kookaburra und Ameisenigel.<\/p>\n<p><strong>Mittagessen:<\/strong> Janinas und meine Taktik, sp\u00e4ter zum Essen zu gehen, wenn der erste Schwall schon weg ist, ist nicht ganz aufgegangen. Zwar standen wir jetzt auch nicht so lange an, aber mit dem Sitzplatz hatten wir dennoch Probleme. Dann tauchte am Horizont ein sch\u00fclerfreier Tisch auf, allerdings mit Tabletts und Essen darauf. Zwei Siebtkl\u00e4ssler, die das nicht hinterlassen haben, waren dabei, es wegzur\u00e4umen. Oder, besser gesagt: zu stapeln. Mit meinen sehr weitreichenden mathematischen F\u00e4higkeiten war ich in der Lage, festzustellen, dass sich auf dem Tisch noch mehr Platz ergeben w\u00fcrde, sofern man die \u00fcbrigen Tabletts wegr\u00e4umen w\u00fcrde. Als ich versuchte das zu tun, hielt mich ein Siebtkl\u00e4ssler auf, mit den Worten: &#8222;Wir sollen das nicht wegr\u00e4umen.&#8220; Ehhh.. Fragezeichen. Befinden wir uns in einer Filiale einer Fastfoodkette irgendwo im ausland, wo Servicekr\u00e4fte so billig sind, dass sie gerne den Menschen hinterherr\u00e4umen und einem frustriert das Tablett entrei\u00dfen, sollte man versuchen, seinen M\u00fcll selbst zu entsorgen? (Been there.)\u00a0Eher nicht.\u00a0Wir befinden uns an einer Schule, wo uns konstant eingebl\u00e4ut wird, dass s\u00e4mtliches Personal nicht mit einem Fu\u00dfabtreter gleichzusetzen ist. (Und ja, es ist\u00a0schon fast l\u00e4cherlich, dass man es immer wieder zu h\u00f6ren bekommt. Noch l\u00e4cherlicher ist es aber, dass es immer noch geh\u00f6rt werden <em>muss<\/em>. Und aufgeschrieben. Und diskutiert.)<br \/>\nIch glaubte den Siebtkl\u00e4sslern kein Wort. Aber wir lie\u00dfen ihnen die Tabletts bis die zwei Sch\u00fcler gingen, um sicherzustellen, dass es sich bei den Essensresten nicht um ein religi\u00f6ses Opfer handelte. Und nein, nat\u00fcrlich kam niemand, der im Tischabr\u00e4umgewerbe seine Berufung gefunden hatte, und dessen Arbeitsplatz mein gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Jetzt m\u00fcsste man nur noch wissen, von wem die Siebtkl\u00e4ssler ihren Schmafu hatten.<\/p>\n<p><strong>Erdkunde: <\/strong>Achte Stunde. Klima, Passate, und so weiter. Was soll ich sagen, wir haben damals in der achten Klasse das Thema sehr, sehr ausf\u00fchrlich gemacht. Die meisten, die mit mir in einer Klasse waren, haben das so verinnerlicht, dass das nie mehr aus unseren Hirnen weg kann, selbst wenn wir es m\u00f6chten. Nun, in meinem Grundkurs wird (zum Gl\u00fcck von vielen) nicht davon ausgegangen. Resultat: Langeweile? Ein bisschen Jammern nach (laut Janina, ich hoffe, ich zitiere richtig) &#8222;ansprechend aufbereitetem&#8220;\u00a0Vortr\u00e4gen und viele Geschichten. Von meinem Kirschentrauma (&#8222;assoziative Merktechnik&#8220; oder so sagte Janina. Immer diesese Bio LK Menschen) bis bin zur Geschichte, wie der Leopard seine Flecken kriegte. Ich habe &#8211; das war eins meiner ersten eigenen Computerspiele &#8211; eine CD ROM &#8222;Rudyard Kiplings &#8218;Wie der Leopard seine Flecken kriegte'&#8220; auf der die Geschichte erz\u00e4hlt wurde. Ich wusste nicht mehr viel, nur dass andauernd &#8222;Oh Bestgeliebtes&#8220; in die S\u00e4tze geworfen wurde, was sich, laut CD, and Kiplings Tochter richten sollte. Grade habe ich bei Wikipedia nach geschaut, wie bekannt die Geschichte ist. Vermutlich weniger, als ich dachte.. ein Teil der &#8222;Just So Stories for Little Children&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Daheim habe ich nat\u00fcrlich gleich die CD ausgepackt. In den Grundz\u00fcgen: Zuerst haben die Tiere keine Muster: Die Giraffe hat keine Flecken, das Zebra keine Streifen usw. Sie sind alle eher &#8222;reichlich gelbgraubr\u00e4unlich&#8220;, weil sie leben im Hochveld, wo es nur Savannengras gibt. Dann ist da noch der \u00c4thiopier (grau) und der Keopard, die zusammen die anderen Viecher jagen. Der Leopard ist ein ausgezeichneter J\u00e4ger, weil er am aller gelbgraubr\u00e4unlichsten ist und seine Opfer ihn nicht sehen k\u00f6nnen.<br \/>\nIrgendwann wird es den Tieren zu bl\u00f6d un sie laufen weg, in den Regenwald. Der \u00c4thiopier und der Leopard finden so keine Nahrung mehr. Sie gehen zu einem Viech, das Baviaan hei\u00dft, und m\u00f6glicherweise ein Pavian ist.<\/p>\n<blockquote><p>Der Leopard sagte zu Baviaan: (&#8230;) &#8222;Wohin ist das ganze Wild verschwunden?&#8220;<br \/>\nUnd Baviaan zwinkerte. Er wusste es.<br \/>\nDer \u00c4thiopier sagte zu Baviaan: &#8222;K\u00f6nnten Sie mir das derzeitige Habitat der einheimischen Fauna nennen?&#8220; (Das hie\u00df genau dasselbe, Bestgeliebtes, aber der \u00c4thiopier gebrauchte immer lange W\u00f6rter. Er war eben ein Erwachsener.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Baviaan sagt ihnen den Aufenthaltsort der Tiere und f\u00fcgt hinzu, dass sie beide sich \u00e4ndern m\u00fcssten. Also gehen der \u00c4thiopier und der Leopard los und &#8211; na sowas! &#8211; kommen zum Wald. Die Tiere vom Hochveld haben inzwischen, aufgrund der Schatten im Wald, Flecken (die Giraffe) und Streifen (das Zebra) bekommen und sind bestens getarnt. Den Leoparden und den \u00c4thiopier verwirrt das ziemlich: Sie k\u00f6nnen ihre Beute riechen und f\u00fchlen aber nicht sehen. Schlie\u00dflich geben sich die getarneten Tiere zu erkennen und f\u00fchren ihre Tarnung vor: Die beiden J\u00e4ger sind zwar begeistert und v\u00f6llig \u00fcberfordert, weil sie ihre\u00a0Beute versteckt nicht sehen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich, in Anlehnung an Baviaan, macht sich der \u00c4thiopier dunkler, damit\u00a0er sich in\u00a0Kuhlen verstecken kann. Der Leopard zickt, weil er weder so aussehen will wie das Zebra, noch wie die Giraffe.\u00a0Der \u00c4thiopier darf im schlie\u00dflich mit den Fingern Flecken auf sein Fell tupfen. Somit hat dann der Leopard Flecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Folgender Text ist sehr lang; Ich habe das gestern geschrieben, bis ich bereits im Halbschlaf war und es dann nicht abgeschickt, weil ich es f\u00fcr zu lang gehalten habe. F\u00fcr etwa f\u00fcnf Minuten wollte ich den Text dritteln, dann aber wollte ich doch lieber schlafen. 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