{"id":284,"date":"2008-07-05T16:45:17","date_gmt":"2008-07-05T14:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/?p=284"},"modified":"2008-07-05T16:45:17","modified_gmt":"2008-07-05T14:45:17","slug":"edinburgh-die-welt-die-anderen-und-ich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=284","title":{"rendered":"Edinburgh, die Welt, die Anderen und ich"},"content":{"rendered":"<p>Achtung, in diesem Beitrag wird hemmungslos mit reiseunf\u00e4higen Jugendlichen abgerechnet. Wenn Sie sich dadurch beleidigt f\u00fchlen oder m\u00f6glicherweise selbst ein reiseunf\u00e4higer Jugendlicher sein k\u00f6nnten, (Wenn Sie \u00fcber das Reisen oder die Ziele Negatives gesagt haben, sind Sie es wohl oder \u00fcbel in den Augen der aggressiven und sehr gemein formulierenden Autorin.) \u00fcberlesen Sie diesen Beitrag bitte, die Autorin hat keinerlei Probleme mit Ihnen als Person, jedoch spricht Sie sich gegen Ihre \u00c4u\u00dferungen aus und w\u00fcnscht Ihnen insgeheim einen versehentlich gebuchten Abh\u00e4rtungsurlaub mit Rattenfleischdi\u00e4t oder \u00c4hnliches. Und sie wird Sie auslachen, wenn Sie sich im n\u00e4chsten Cluburlaub in Tunesien, \u00c4gypten oder Bulgarien\u00a0die Schei\u00dferei im Pool holen.<\/p>\n<p>Kursfahrt nach Edinburgh. Ich war da ja schon einmal. Das ist noch gar nicht so lange her. Damals, als ich da war, war ich in einer Jugendherberge. Und in dieser Jugendherberge, da war jetzt auch mein ganzer Englischkurs. Ich habe mich ja sehr auf Edinburgh gefreut. Ich mag Edinburgh. Ich mag die Jugendherberge. Ich halte sie f\u00fcr sehr sch\u00f6n und au\u00dferdem zentral. Es gibt dort Fr\u00fchst\u00fcck, nat\u00fcrlich, ein kleines Restaurant ist dabei, es gibt Aufz\u00fcge und ein Bad in jedem Zimmer.\u00a0Eine sch\u00f6ne Jugendherberge. F\u00fcnf Sterne. Das kann man -theoretisch- ja gar nicht so schlecht finden.<\/p>\n<p>Nach Edinburgh kommt man mit dem Flugzeug. Von M\u00fcnchen aus fliegt zum Beispiel einmal pro Tag easyJet. EasyJet, das ist das, was der ein oder andere als &#8222;Billigfluglinie&#8220; bezeichnet. Allerdings kann dieser Begriff irref\u00fchrend sein. &#8222;Billig&#8220; hei\u00dft nicht gleich &#8222;billig&#8220;. Easyjet besitzt eine relativ junge Flotte mit haupts\u00e4chlich Airbus A319. (Plural? &#8222;Airbussen A319&#8220;?) Die sind ein bisschen umgebaut, haben extra Notausg\u00e4nge und ein bisschen mehr Sitze. Au\u00dferdem gibt es nur Economy Class. Nun, von mehr Menschen im Flugzeug kommt auch schon ein bisschen &#8222;billig&#8220;. Die Maschinen selbst, die sind, wie gesagt, sehr neu. Die sparen halt am Service, verst\u00e4ndlicherweise. So gibt es kein Flight Entertainment Zeug, Essen und Trinken an Bord\u00a0muss bezahlt werden. Au\u00dferdem gibt es &#8222;freie Platzwahl&#8220;, damit spart an sich zus\u00e4tzlich Arbeit und kann bei mit Zuschlag f\u00fcr Passagierwe, die umbedingt als Erste ins Flugzeug m\u00f6chten, Geld verdienen. Es gibt noch mehr Stellen, an denen das &#8222;billig&#8220; sitzt, aber die sind jetzt unwichtig f\u00fcr eine reisende Sch\u00fclergruppe. (Onlinebuchungs-blahblah und so weiter)<br \/>\nDeswegen ist es billiger mit easyJet zu fliegen als zum Beispiel mit Lufthansa.<br \/>\nIch selbst bin schon ein paar Mal mit easyJet von M\u00fcnchen aus\u00a0geflogen, einmal nach Edinburgh, zweimal nach London. Dann bin ich noch zweimal nach London geflogen, einmal mit Lufthansa und einmal mit British Airways. Ich behaupte jetzt einfach einmal, dass ich wei\u00df, wie so ein Gro\u00dfbritannienflug mit verschiedenen Gesellschaften\u00a0aussieht.<\/p>\n<p>Der Englisch LK, eine Gruppe von zwanzig Sch\u00fclern, vierzehn M\u00e4dchen, sechs Jungs, die Kursleiterin und ein Begleitlehrer. Die Sch\u00fcler allesamt eher USA-orientiert. Die Gruppe von Sch\u00fclern hatte sich von Anfang an gejammert, die Kursfahrt sei so teuer. Kein Wunder, kaum jemand von ihnen war bewusst in Gro\u00dfbritannen, ein paar beim Englandaustausch in der achten Klasse, f\u00fcnf vielleicht in London. Dass das ein teures Land ist, das scheinen die wenigsten ganz verstanden zu haben. Selbstverst\u00e4ndlich ist eine Kursfahrt dahin teuer, jede Reise dahin ist teuer. Wenn ich nur 100\u20ac f\u00fcr meine Kursfahrt zahlen will, dann muss ich halt im Landkreis zelten. Man bem\u00fcht sich ja schon, das billiger zu machen, siehe easyJet, aber es geht nur bis zu einen bestimmten Punkt. Man kann nicht auf den Flug verzichten. (Beziehungweise: Der Zug ist,\u00a0soweit ich wei\u00df,\u00a0noch teurer)<\/p>\n<p>Zusammenfassend: Sch\u00fcler nehmen Billigflug weil Gro\u00dfbritannien teuer. Das w\u00e4re ja sch\u00f6n so. Was passiert jetzt allerdings, wenn die Sch\u00fcler mit dem Billigflug hinten und vorne nicht zufrieden sind? Es gibt ein Gemaule der Extraklasse, was f\u00fcr jemanden wie mich sehr schwer auszuhalten ist. Dass man sich \u00fcber die freie Platzwahl aufregt, das war noch akzeptabel. Das war neu. \u00dcber die fehlenden Getr\u00e4nke, na gut. Aber bitte, wie kommt man denn darauf herumzuschimpfen man h\u00e4tte gerne eine DECKE, ein KISSEN und ein ABENDESSEN. (Zur Information: Bei Lufthansa gibt&#8217;s eventuell eine Scheibe Brot. An British Airways kann ich mich nicht erinnern, ich glaube, da gab es nichts) Auf meine genervtes &#8222;Kissen und Decke gibt&#8217;s nur bei Langstreckenfl\u00fcgen&#8220; kam ein &#8222;Ja aber in der Business Class immer.&#8220;<br \/>\nWie man darauf kommt, f\u00fcr die Economy Class eines Billigflugs dasselbe zu fordern wie in der Business Class einer regul\u00e4ren Fluglinie? Keine Ahnung. Das ist sehr unsozial, in solchen Situationen grantig zu werden, aber nun gut, ich kann nicht anders. Da ich nicht schreien wollte, hab ich meine pers\u00f6nliche Wut heruntergeschluckt.<\/p>\n<p>Bis wir dann in der Jugendherberge waren. Der Weg dahin, wie gesagt, sie liegt sehr zentral, war selbstverst\u00e4ndlich viel viel zu lang. Da ging dann das Theater weiter unter den comfortgeilen Sch\u00fclern, die es als &#8222;das Letzte&#8220; bezeichnen, dass diese Jugendherberge f\u00fcnf Sterne hat, denn OH GOTT, es gibt Achtbettzimmer, es gibt Stockbetten und die Dusche, das ist so eine leicht zu putzende Plastikzelle, wie gesagt, sehr schrecklich und wird keinesfalls den Bed\u00fcrfnissen bayrischer Achtzehnj\u00e4hriger gerecht. &#8222;Und warum k\u00f6nnen wir nicht einfach in ein Hotel gehen?&#8220; (Wir erinnern uns: Teure Kursfahrt mag der Sch\u00fcler nicht.)<\/p>\n<p>Soll ich noch weiter erz\u00e4hlen? Nun ja, ich war sehr schlecht gelaunt, weil sich mein Kurs permanent \u00fcber Edinburgh und die Unterkunft beschwerte, beides Dinge, wo ich kein Problem sehe, ich sehe nur ein Problem in der Einstellung eines verw\u00f6hnten Packs, dass sich bestenfalls noch zum <a title=\"Flashpacker @ Polylog\" href=\"http:\/\/www.polylog.tv\/videothek\/videocast\/10545\/\" target=\"_blank\">Flashpacking<\/a> herablassen w\u00fcrde.<br \/>\nEdinburgh, Edinburgh ist dreckig, im \u00fcbrigen auch nicht sch\u00f6n. Und kalt, kalt ist es da. Edinburgh richt nach Katzenfutter.\u00a0Unser sch\u00f6nes, sauberes M\u00fcnchen, dagegen, dass ich immer noch die sch\u00f6nste Stadt. Und unser Heimatkaff, das hat auch seinen Reiz. Als ich erw\u00e4hnte, dass der einzige Reiz dieses Kaffs die relative N\u00e4he zu M\u00fcnchen (was aufgrund seiner Gr\u00f6\u00dfe doch nocht recht &#8222;gem\u00fctlich&#8220; und nicht besonders gro\u00dfstadt-turbolent ist)\u00a0sei, wurde mir sofort mit dem angeblich sch\u00f6nen Stadtbild entlang der Hauptstra\u00dfe auf den Deckel gehauen. Anmerkung: Nun ja, New York, das ist ja auch nicht sch\u00f6n.. eigentlich, wenn man so \u00fcberlegt, ist keine Stadt besonders sch\u00f6n.<br \/>\nJemandem wie mir, der sowieso am liebsten in St\u00e4dte f\u00e4hrt und neuerdings New York ziemlich weit oben auf der Liste toller St\u00e4dte stehen hat, dem geht sowas absolut auf die Nerven. Mir tut ja Edinburgh leid, mit seinen sch\u00f6nen Sandsteinh\u00e4usern und den hohen Fenstern, mit den Treppen vor den Hauseing\u00e4ngen und den keinen G\u00e4rten und der Royal Mile und der Princes Street, wenn jemand wagt es sch\u00f6nheitlich hinter ein oberbayrisches zentrumsloses Kaff zu stellen mit einem M\u00f6chtegerngepl\u00e4rre, dem man ohnehin nur halbherzig zuh\u00f6ren kann, sonst bek\u00e4me man einen Vollvogel und w\u00fcrde am Ende noch behaupten, das Lied &#8222;F\u00fcrstenfeld&#8220; h\u00e4tte jenen Ort zum Thema.<\/p>\n<p>Und ich, ich finde Edinburgh immer noch toll, die Judendherberge auch, und New York auch, und London, und Paris und Bangkok und Wien und Berlin und wei\u00df der Teufel noch alles, alle dreckigen stinkenden Gro\u00dfst\u00e4dte mag ich. Punkt.<br \/>\nnun ja, ich wollte ja irgendwann einmal l\u00e4nger durch das dreckige h\u00e4ssliche teure stinkende Gro\u00dfbritannien reisen (ich w\u00fcrde ja sagen &#8222;mit Rucksack&#8220; aber ich bin vermutlich nicht ordentlich genug f\u00fcr das Rucksackschichtenpacken) und in dreckigen h\u00e4sslichen teuren stinkenden Jugendherbergen residieren, aber so wie es aussieht, will das heutzutage sowieso keiner mehr&#8230; oder es kommt mir so vor.<\/p>\n<p>Positives sp\u00e4ter ;-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achtung, in diesem Beitrag wird hemmungslos mit reiseunf\u00e4higen Jugendlichen abgerechnet. 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