{"id":1664,"date":"2016-03-18T02:58:07","date_gmt":"2016-03-18T00:58:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=1664"},"modified":"2016-03-18T03:12:18","modified_gmt":"2016-03-18T01:12:18","slug":"tkkg-und-die-geheimnisvolle-sapodilla","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=1664","title":{"rendered":"TKKG und die geheimnisvolle Sapodilla"},"content":{"rendered":"<p>Mein Hobby ist, meine Kindheitshobbies einfach weiterzufeiern. Das f\u00e4llt mir auch immer sehr einfach, weil in meinem Hirn ein sehr gro\u00dfer Bereich f\u00fcr Kinderkram reserviert, ich mich immer noch an vieles erinnere und immer gleich wieder drin bin.<\/p>\n<p>Kinderkrimis, wichtiges Thema. Ich hab noch nicht so recht was gefunden, was Erwachsene lesen, wenn sie eigentlich\u00a0<em>Ein Fall f\u00fcr dich und das Tiger-Team\u00a0<\/em>lesen m\u00f6chten und was man spielt, wenn man eigentlich <em>TKKG<\/em> m\u00f6chte und keinen CSI-Quatsch.<\/p>\n<p>Ich war fr\u00fcher sehr begeistert von den TKKG-Spielen von Tivola, besonders Teil 8, &#8222;Das geheimnisvolle Testament&#8220; und Teil 3, &#8222;Der Schatz der Maya.&#8220; Ich hab zwar in meiner Erinnerung jedes nur etwa dreimal gespielt, wahrscheinlich war da eher im unteren Millionenbereich. Ich kann das gereimte Testament auswendig aufsagen und aus dem Maya-Teil habe ich auch noch viele Bruchst\u00fccke im Kopf. (<em>Papirossi. Russisch. Mit Knickfilter. Ganz seltne Marke.)<\/em><\/p>\n<p>Im Maya-Spiel werden aus dem Museum zwei Jadek\u00f6pfe, von Hunahp\u00fa und Ixbalanqu\u00e9, gestohlen und man muss diese aufspr\u00fchen, diverse Mysterien aufkl\u00e4ren und die Welt retten, in dem man mit je einer Person der vierk\u00f6pfigen Detektivgang Leute befragt und russische Zigarettenstummel aufsammelt. Ganz am Anfang h\u00e4ngt man sehr viel im Museum bei der Leiterin der Maya-Ausstellung herum, Frau Dr. Svenja Akerstr\u00f6m, die kein &#8222;sch&#8220; sprechen kann und sehr dominanten Lidschatten tr\u00e4gt. Irgendwann bittet sie eins der Kinder (wahrscheinlich das Dicke, das muss immer alle Themen mit Lebenmitteln abhandeln), Schildchen in der Maya-Lebensmittelvitrine zuzuordnen und erkl\u00e4rt dabei die abgebildeten Sachen.<\/p>\n<p>Darin sind ein paar Stufen Schokoladenherstellung, was mit Mais, Kaugummi und eine R\u00fcbe. Frau Dr. Svenja Akerstr\u00f6m sagt zu der R\u00fcbe:<\/p>\n<blockquote><p>Das ist ein Breiapfel. Er w\u00e4chst am Sapodillbaum und ist sehr s\u00fc\u00df und sehr s\u00e4ttigend. Besonders die Mayakinder haben sehr gerne Brei\u00e4pfel gegessen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aha. Okay. Dann erkl\u00e4rt Frau Dr. Svenja Akerstr\u00f6m noch, dass aus der Rinde des Sapodillbaumes klebriges Zeug gewonnen wurde (Chicle), die Urform des Kaugummi. Gl\u00fccklicherweise hat das Internet noch Screenshots der ganzen Mayaessensaktion und der Breiapfelr\u00fcbe \u00fcbrig:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/case_for_tkkg_3_-_11__full.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1667\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/case_for_tkkg_3_-_11__full.png\" alt=\"case_for_tkkg_3_-_11__full\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/case_for_tkkg_3_-_11__full.png 640w, http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/case_for_tkkg_3_-_11__full-300x225.png 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>(Internet im diesem Fall\u00a0<a href=\"http:\/\/www.adventuregamers.com\/games\/view\/23674\" target=\"_blank\">die hier<\/a>)<\/p>\n<p>Brei\u00e4pfel und Dinge wie Quetzalcoatl und Hunahp\u00fa und Ixbalanqu\u00e9 sind seit dem in dem Matschepampe von Dingen, die man so nur braucht, wenn Quizapps gerade zwei Wochen cool sind.<\/p>\n<p>F\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter (Ernsthaft. Ungef\u00e4hr.) veranstaltet\u00a0<a href=\"https:\/\/pabloheimplatz.de\/\" target=\"_blank\">Pablo<\/a>\u00a0netterweise eine Abrissparty, weil ein schmieriger Immobilienhai seinen Wohnblock weggekauft hat und alle schmuddeligen Studenten auf die Stra\u00dfe setzt. Und weil ich am n\u00e4chsten Tag nach M\u00fcnchen fliegen\u00a0<em>muss,<\/em> habe ich mir gleich einen Flug um sieben gebucht muss durchmachen, auch als die Party schon l\u00e4ngst gekippt ist. (Was nat\u00fcrlich nur passiert, wenn man durchmachen muss.) Netterweise erz\u00e4hlt mir dann Rolf relativ detailliert von seiner Indienreise, unter anderem anhand seines Instagram-Streams. Der zeigt unter anderem eine Frucht, die angeblich gut schmeckte, die man aber bei uns nicht kennt und\u00a0<em>Chiku <\/em>hie\u00df.<\/p>\n<blockquote class=\"instagram-media\" style=\"background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 658px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);\" data-instgrm-captioned=\"\" data-instgrm-version=\"6\">\n<div style=\"padding: 8px;\">\n<div style=\"background: #F8F8F8; line-height: 0; margin-top: 40px; padding: 50% 0; text-align: center; width: 100%;\"><\/div>\n<p style=\"margin: 8px 0 0 0; padding: 0 4px;\"><a style=\"color: #000; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none; word-wrap: break-word;\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/U6MtZHAm5_\/\" target=\"_blank\">Don&#8217;t know what this fruit is called, but it&#8217;s delicious.<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<p><script src=\"\/\/platform.instagram.com\/en_US\/embeds.js\" async=\"\" defer=\"defer\"><\/script><br \/>\nWir ahnen, was kommt. Irgendwann sp\u00e4ter (und n\u00fcchterner) google ich nach dem Chikuteil, lande auf der Wikipediaseite von Manilkara zapota, der Sapodilla, auf Deutsch auch: <em>Breiapfel<\/em>. Sofort Frau Dr. Svenja Akerstr\u00f6m im Ohr und sofort: Gut, Showdown, Breiapfel. Mit Zehnj\u00e4hrigen ohne Internetzugang kann sich jeder anlegen. Heute sieht das ein bisschen anders aus. I <em>will<\/em> find you and I will eat you, Bitchr\u00fcbe.<\/p>\n<p>Zuerst war ich sehr zuversichtlich, weil, sein wir mal ehrlich, es ist ja schon 2016. Ich habe vor zehn in Thailand das erste Mal Rambutan gesehen, jetzt liegen sie bei Edeka entspannt neben den Mangostanen, Menschen feiern Drachenfr\u00fcchte, obwohl ich noch nie eine a\u00df, die nennenswert nach <em>irgendwas<\/em> geschmeckt hab, und madenfressende Fernsehmenschen haben einem breitem Publikum Durian n\u00e4her gebracht. Und der Gegner ist eine Frucht, die aus Mittelamerika kommt, die man in auch in S\u00fcdamerika und der s\u00fcdlichen USA finden kann, die man seit dem in Indien und S\u00fcdostasien anbaut und die einen deutschen Namen wie\u00a0<em>Breiapfel <\/em>hat. Nicht einmal Orangen haben einen Namen wie<em>\u00a0Breiapfel<\/em>. Das kann ja nicht so schwer sein.<\/p>\n<p>Einen Nachmittag letzten Fr\u00fchling opferte ich der Sapodilla, durchk\u00e4mmte gut sortierte Superm\u00e4rkte und Asia-L\u00e4den. Ohne Erfolg. Ich schob es darauf, dass die Sapodilla-Import-Saison laut Internet eher so September &#8211; Anfang M\u00e4rz ist, also war ich vielleicht einfach zu sp\u00e4t dran. Halbes Jahr Zwangspause. Anfang September war ich dann mehrmals in London, und wenn eine europ\u00e4ische Stadt seltsame Lebensmittel importiert, dann London. Im Internet fand ich diverse Posts zu Sapodillas, immer in dem Stil: &#8222;Hallo, ich habe zuf\u00e4llig einmal Sapodillas bei Waitrose\/Tesco\/Dings gefunden, das hat mein Leben ver\u00e4ndert, jetzt sind sie f\u00fcr immer verschwunden. Wo bekommt man welche her?&#8220;<\/p>\n<p>Ich war in\u00a0<em>jedem <\/em>gr\u00f6\u00dferen Supermarkt in London. Und ich glaube gerne, dass\u00a0man da immer mal wieder was besonders Exotisches findet, aber momentan eben leider keine Sapodillas. Ich fand eine Seite, die exotisches Obst verschickt und gemixte S\u00e4fte verkauft mit zwei Adressen, der Saftbar in der Portobello Road und der Zentrale in Bayswater. Ich war in Bayswater, wo ich einen Obstladen vermutete: Es war nur ein B\u00fcro, wohl f\u00fcr Logistikkram, in einem oberen Stockwerk eines Wohnhauses. Ich ging dann da nicht hinein. Aber das Internet sagt, Sapodillas schmecken <em>heavenly<\/em>, nach Marzipan, nach Birne mit Zimt,\u00a0nach\u00a0Root Beer, nach Karamell. #nevergiveup.<\/p>\n<p>Jetzt neulich war ich dann in Thailand und Kambodscha, offiziellem Breiapfelterritorium, exzellente Aussichten. Das Problem ist nur,\u00a0ich war die meiste Zeit auf kleinen Inseln, die alle Lebensmittel einschleppen m\u00fcssen. Und der Einschleppekatalog ist nach Ananas, Wassermelonen, jungen Kokosn\u00fcssen und Mango relativ schnell zu Ende. Was der Tourist nicht kennt oder nicht sch\u00f6n auf Instagram aussieht, frisst er nicht. Die erste gr\u00f6\u00dfere Stadt war dann Siem Reap in Kambodscha. Man muss wissen, der\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cambodian_cuisine#Fruits\" target=\"_blank\">Wikipedia-Artikel \u00fcber kambodschanische K\u00fcche<\/a>\u00a0hat diesen Absatz \u00fcber Fr\u00fcchte, der sagt:<\/p>\n<blockquote><p>Fruits in Cambodia are so popular that they have their own royal court. The durian is considered the &#8222;king,&#8220; the mangosteen the &#8222;queen,&#8220; sapodilla the &#8222;prince&#8220; and the milk fruit (phlai teuk doh ko) the &#8222;princess.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Trotzdem, in der Stadt sind Obstst\u00e4nde f\u00fcr Touristen, und Touristen wollen (leider) keine seltsamen Sachen. Und dann, in einem Supermarkt f\u00fcr echte Menschen, neben den Kiwis:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/foto-02.03.16-13-46-33.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-1672\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/foto-02.03.16-13-46-33.jpg\" alt=\"foto 02.03.16, 13 46 33\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tadaa! Ich kaufte zwei Packungen. Mehr w\u00e4ren Quatsch gewesen, sie waren n\u00e4mlich am n\u00e4chsten Abend nach einem Tag im Koffer schon leicht angematscht. Viel halten sie n\u00e4mlich nicht aus, ich hab mir nur gemerkt, dass Temperaturen zwischen 6\u00b0C und 10\u00b0C der sofortige Breiapfeltod sind. Pff, Divas.<\/p>\n<p>Worauf wir alle gewartet haben: Nun ja. Ich finde, sehr, <em>sehr<\/em> reife Birnen am treffendsten.\u00a0Schon sehr lecker, aber das habe ich ja schon erwartet. Ich glaube, ich k\u00f6nnte mir Brei\u00e4pfel auch gut in Smoothies vorstellen, statt Banane. Sonst war das Teil\u00a0<em>so <\/em>anders und dominant, dass ich sie lieber alleine a\u00df statt unter andere Fr\u00fchst\u00fccksbuffetfr\u00fcchte zu mischen. Trotzdem: Super, und ich w\u00e4re treuer Sapodillakunde, wenn sie denn endlich zu und k\u00e4me.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_2009.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-1673\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_2009.jpg\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA          Processed with VSCOcam with f2 preset\" \/><\/a><\/p>\n<p>Letztendlich kann ich jetzt endlich mich als Zehnj\u00e4hrige highfiven. Fall gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Andererseits: Hm, was ist eigentlich eine <em>milk fruit<\/em>?<\/p>\n<p>Puh, a\u00df ich schon mal. Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Hobby ist, meine Kindheitshobbies einfach weiterzufeiern. Das f\u00e4llt mir auch immer sehr einfach, weil in meinem Hirn ein sehr gro\u00dfer Bereich f\u00fcr Kinderkram reserviert, ich mich immer noch an vieles erinnere und immer gleich wieder drin bin. Kinderkrimis, wichtiges Thema. 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