{"id":1547,"date":"2015-06-17T17:50:21","date_gmt":"2015-06-17T15:50:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=1547"},"modified":"2015-07-20T13:01:34","modified_gmt":"2015-07-20T11:01:34","slug":"country-roads","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=1547","title":{"rendered":"Country Roads"},"content":{"rendered":"<p><em>Wie war das nochmal mit der komplizierten Geschichte mit dem Flug und dem Schnee und dem Spontanroadtrip? Also:<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0;\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m34!1m12!1m3!1d3207810.3152952422!2d-77.03161772184755!3d38.264950058601386!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!4m19!3e0!4m5!1s0x88541fc4fc381a81%3A0x884650e6bf43d164!2sCharlotte%2C+NC%2C+USA!3m2!1d35.227086899999996!2d-80.8431267!4m5!1s0x884d0c4d6aa966fd%3A0x249dbecbdbb0989b!2sRoanoke%2C+VA%2C+United+States!3m2!1d37.270970399999996!2d-79.9414266!4m5!1s0x89c25370329a0e1d%3A0xe1bcdc2adcfee473!2sNewark%2C+NJ%2C+USA!3m2!1d40.735656999999996!2d-74.1723667!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1434556092439\" width=\"600\" height=\"450\" frameborder=\"0\"><\/iframe><br \/>\nMittwochnachmittag, Aruba.<\/p>\n<p>Der\u00a0Queen Beatrix International Airport in Aruba hat sich ein besonderes Konzept \u00fcberlegt und ist unterteilt in U.S.- und Non-U.S.-Departures. Obwohl auch in unseren Sommermonaten viele S\u00fcdamerikaner in das konstant warme Klima fliegen, ist ganz viel auf amerikanische Touristen ausgelegt. \u00dcber dem Terminal schwebt die gleiche dunkle Wolke, wie \u00fcber der amerikanischen kommerziellen Luftfahrt, die vor vielen Jahren mal falsch abgebogen ist. <em>Weg von dem Prestigegetue der europ\u00e4ischen und asiatischen Fluggesellschaften, fliegen muss sich mindestens so dreckig anf\u00fchlen wie Reisebusfahren. Mit gr\u00fcnstichigen R\u00f6hrenmonitoren und bestenfalls teuren Fertigsandwiches. Meistens gilt, dass man f\u00fcr jedes Gep\u00e4ckst\u00fcck unmittelbar vor dem Check-In an einem instabilen benutzerunfreundlichen Automaten $25 bezahlen muss. Es gibt Ausnahmen (Anschlussfl\u00fcge) aber die kennt der Automat in der Regel nicht. Also fliegt der gekonnte Inlandsflug-Amerikaner lediglich mit Handgep\u00e4ck, das so schwer, gro\u00df und voller Kulturbeutelinhalt\u00a0ist, dass ein europ\u00e4ischer Kontrolleur mindestens weinend zusammenbrechen w\u00fcrde. Aber es scheint zu funktionieren. Anschlie\u00dfend wird dann jener gesamte Hausstand in <\/em>deine<em> Gep\u00e4ckablage gepr\u00fcgelt, bevor du \u00fcberhaupt einsteigst. \u00a0Das Personal entgegnet dir dann mit Schulterzucken, falls da f\u00fcr deine Winterjacke kein Platz mehr ist, denn auf der falschen Abzweigung gibt es auch &#8222;That&#8217;s not my problem&#8220;-Philosophie, die besondern am Boden h\u00e4ufig ehrgeizig verfolgt wird. Es ist keine absolute Katastrophe, aber sehr weit weg vom &#8222;L\u00e4cheln und zumindest so tun, als w\u00fcrde man helfen&#8220;-Prinzip der restlichen Flugzeugwelt.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5962.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1559\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5962.jpg\" alt=\"IMG_5962.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf dem Flughafen in Aruba reist man bereits \u00fcber einen Automaten in die USA ein, irre gruselig und \u00dcberwachungsstaat, aber andererseits spart man sich dann die Stunde in der \u00fcberheizten Immigrationshalle, die mit den 3\/35 aktiven Schaltern, in der man nicht auf sein Handy gucken darf. Trotz alle dem kann das Personal irgendwie doch nicht so gut Englisch, jedenfalls nicht\u00a0<em>verhandlungssicher\u00a0<\/em>was schade ist, denn eigentlich muss man bei Flugproblemen doch st\u00e4ndig verhandeln. (Auch eine Konsequenz der falschen Abzweigung) Wenn alles glatt geht, ist das aber kein Problem.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5975.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1551\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5975.jpg\" alt=\"IMG_5975.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir wollen eigentlich von Aruba nach Washington D.C. fliegen, und zwar \u00fcber Charlotte, North Carolina. Das ist ein Knotenpunkt und zwar ein ganz okayer, denn am Flughafen gibt es Schaukelst\u00fchle. Donnerstag dann Washington und dann mit dem Leihauto nach New York. Eventuell Atlantic City. Freitag New York, Samstag R\u00fcckflug. Der Automat weigert sich allerdings. &#8222;There&#8217;s a problem with your flight&#8220; sagt er, und an Servicepersonal wenden. Der Mann am Schalter sagt: &#8222;There&#8217;s a problem with your flight.&#8220; Nach drei Minuten intensiver Recherche mit gerunzelter Stirn hat er herausgefunden, dass der Anschlussflug von Charlotte nach Washington gecancelled wurde. Naja, kommt vor. Der Flug ist einer der letzten am Tag, k\u00e4me gegen Mitternacht in Washington an, war wohl nicht ausgelastet. Aber irgendwie findet der Schaltermann keine Alternative, keine andere Fluglinie, kein Ausweichen auf Baltimore. Das teilt er aber nicht mit, sondern murmelt nur mantrisch &#8222;no.&#8220; Irgendwann sagt er, die einzige M\u00f6glichkeit der Welt w\u00e4re ein Weiterflug Donnerstagmorgen, um 6 Uhr. Er k\u00f6nne\u00a0das buchen. Okay, er buche das. Er schicke dann die Best\u00e4tigung zu. Nee, jetzt k\u00f6nnte er nichts auf die Hand geben, aber das k\u00e4me das per Mail. Puh.\u00a0Ganz sch\u00f6n harte Bedingungen, aber er hat es souver\u00e4n hingekriegt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5965.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1554\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5965.jpg\" alt=\"IMG_5965.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Angeblich erwartet man an der Ostk\u00fcste einen Schneesturm. Aber erst Donnerstagmittag. Direktfl\u00fcge (die wohl schon voll waren) von Aruba nach Washington finden an diesem Mittwochnachmittag noch statt. Ebenso nach New York, Philadelphia und was es noch so alles gibt. Wir reservieren vorsichtshalber ein Hotel in Charlotte. Einige in Flughafenn\u00e4he sind n\u00e4mlich schon voll, falls es doch so sein sollte, dass wir erst morgen fr\u00fch weiterkommen. Irgendwann kommt die Mail der Schaltermannbuchung, ein im mittelguten Flughafeninternet nur so halb lesbares Machtwerk mit unbekanntem IATA-Code. DAY. Er hat einen Flug \u00fcber Dayton, Ohio gebucht und das mit keinem Wort erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5972.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1556\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5972.jpg\" alt=\"IMG_5972.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5976.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1550\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5976.jpg\" alt=\"IMG_5976.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Charlotte ist es dann gegen neun und die H\u00f6lle los. Letztendlich hat die Airline alle\u00a0letzten Fl\u00fcge des Tages an die Ostk\u00fcste gestrichen, wohl um zu vermeiden, dass die Maschinen dann am n\u00e4chsten Tag, wenn es wirklich los geht, dort festsitzen. Zu dem Zeitpunkt hat es in Charlotte um die zwanzig, in Washington um die zehn Grad und Regen. Keine Spur von irgendeinem Wintereinbruch in den n\u00e4chsten Stunden, aber &#8222;That&#8217;s not my problem&#8220; n\u00f6rgeln die Damen am Schalter zu den Massen von gestrandeten Passagieren und &#8222;There&#8217;s nothing we can do for you.&#8220; und gelegentlich geben sie auf Nachdruck Hotelnachlassgutscheine raus, nur g\u00fcltig f\u00fcr Hotels, die zu diesem Zeitpunkt schon belegt sind. Wir geraten an eine weniger genervte Dame, die einen Flug am Donnerstagmittag nach Baltimore anbietet, aber, <em>honestly, <\/em>davor und danach sei alles inzwischen\u00a0gecancelled, und es sei sehr wahrscheinlich, dass dieser Flug auch nicht fliegt.\u00a0<em>\u00a0<\/em>Dann eben nicht. Dann eben morgen fr\u00fch \u00fcber\u00a0Dayton. Bevor wir ins Hotel fahren, fragen wir noch einen Mensch mit Hauptkompetenz Luggage, ob wir unsere vier Koffer am Flughafen lassen k\u00f6nnen. Baggage Storage? No sorry. Never heard of that. You can&#8217;t do that. Aber Sie sind ein Flughafen! Jeder hat das! Das wird ordentlich durchleuchtet und dann ist da auch kein Sicherheitsrisiko und das haben sogar Bahnh\u00f6fe! No sorry. Never heard of that. You can&#8217;t do that.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5974.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1552\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5974.jpg\" alt=\"IMG_5974.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Taxi zum Hotel. Hotel und Leihauto in Washington f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen absagen, erneutes Lesen der nun vollst\u00e4ndig geladenen Mail des Schaltermannes. Oh. Da steht &#8222;6 pm&#8220;, nicht &#8222;am&#8220;. Und das Datum ist auch irgendwie falsch. Der Schalterkasper hat statt f\u00fcr Donnerstagmorgen einen Flug f\u00fcr Freitagabend gebucht. <em>&lt;Pause f\u00fcr entsetztes Schweigen.&gt;<\/em> Das ist nat\u00fcrlich inakzeptabel, denn Samstag sollen wir ja in ein\u00a0Flugzeug nach M\u00fcnchen steigen. Das von Newark fliegt, was immerhin noch 350km von Washington entfernt ist. Wir sagen dem Taxi, dass es umdrehen soll und zur\u00fcck zum Flughafen fahren soll. Vielleicht doch lieber Mittags Baltimore riskieren? Ein Leihauto holen und noch bis etwa Mitternacht nach Norden fahren?<\/p>\n<p>Die nette Frau ist inzwischen nicht mehr da. Die anderen meckern deutlich noch, die Halle voller Leute, sie stehen auf und sperren ihre Schalter. Ein paar Minuten vor zehn, vermutlich dem offiziellen Ende ihrer Schicht. Ich denke an Leute mit <em>&#8222;Tut mir Leid, da war heute so ein Chaos, ich musste l\u00e4nger bleiben.<\/em>&#8220; Nicht in Charlotte. Die Schalter f\u00fcr\u00a0Leihwagen, mit Ausnahme von einem, haben bereits geschlossen, und dieser eine sagt, alle Leihautos aller Firmen in der gesamten Umgebung seien bereits weg. Tut uns Leid. Suchen Sie sich ein Hotel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5969.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1555\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5969.jpg\" alt=\"IMG_5969.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir stehen um sechs Uhr auf, Tagesziel: Irgendwie Richtung New York, das Fr\u00fchst\u00fcck ist okay, Charlotte ist dunkel und das Fernsehen f\u00fcrchtet sich vor dem Schneesturm, der noch nicht da ist. In New York regnet es. In Nashville f\u00fcrchtet man sich ganz besonders. Tausend Kilometer bis nach New York. Die meisten Fluggesellschaften haben all ihre Fl\u00fcge gestrichen, einzig Delta versucht, zu fliegen. Bunte Wetterberichtsbilder. Wenn, dann besser die starkfrequentierte Interstate 95 meiden (an der K\u00fcste, \u00fcber Washington etc), die k\u00f6nnte dicht sein, eher die Interstate 81 weiter im Landesinneren. Vielleicht gibt es einen Zug. In normalen L\u00e4ndern gibt es Z\u00fcge. &#8222;Yes, there&#8217;s one Amtrak,&#8220; sagt die Frau an der Rezeption. Amtrak.\u00a0Bei Amtrak denke ich automatisch an den brennenden Zug von <em>Choo Choo Motherfucker<\/em>. F\u00fcr den ist das bisschen Schnee sicher kein Problem. &#8222;It leaves 7.20, that&#8217;s the only one today.&#8220; Es ist sieben, keine Chance, in zwanzig Minuten irgendwo an einem Bahnhof in einen Zug zu steigen. Warum in den USA Z\u00fcge\u00a0auf Hauptstrecken seltener fahren als die M\u00fcnchner S-Bahn inklusive Streik, Weichenst\u00f6rung und Luftballon in der Oberleitung gleichzeitig, erschlie\u00dft sich mir nicht ganz. Greyhound ist<em> unglaublich<\/em> teuer und nimmt auch die gef\u00e4hrliche Interstate 95, die Nachmittags da drin ist, was die aufgeregten Wetterleute &#8222;<em>it&#8220;<\/em> nannten. Rezeptionsfrau sucht auf einer underground Website nach Leihautos. Findet auch eins, irgendwo in einem Gewerbegebiet au\u00dferhalb von Charlotte. Wir reservieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5959.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1558\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5959.jpg\" alt=\"IMG_5959.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Charlotte regnet es inzwischen, das Taxi setzt uns an zwei Containern irgendwo neben einem verd\u00e4chtig leeren Parkplatz am. &#8222;I don&#8217;t have a reservation&#8220; sagt die Frau am Schalter im Container. Und au\u00dferdem, sagt sie, habe sie auch keine Autos. Deshalb der leere Parkplatz. &#8222;You see,&#8220; sagt sie &#8222;our computers aren&#8217;t connected to the database.&#8220; \u00a0<em>&lt;Pause f\u00fcr Weinen&gt; <\/em>&#8222;the website is never up to date. You have to phone us.&#8220; Ich habe das erste Mal im meinem Leben das Gef\u00fchl, dass ich an anderem Ort bin, von dem ich ums Verrecken nicht wegkomme. Es gibt immer so viele M\u00f6glichkeiten, das kommt einem gar nicht in den Sinn, dass was einmal nicht geht, und dann ist wie Stromausfall mit leeren Akkus. Also, fast. Die Frau telefoniert dann n\u00e4mlich wild rum und findet dann jemanden, der ein Auto bringen kann. Sogar eines, in das alle Leute und Koffer passen. Yeah, niemand muss f\u00fcr immer in Charlotte bleiben. Aber es\u00a0war so, so knapp.<\/p>\n<p>Das Auto kommt und dann kommt das, was immer kommt: Den n\u00e4chstbesten\u00a0Convenience Store leerkaufen, Getr\u00e4nke, Fertigkaffee,\u00a0Kekse, Gummib\u00e4rchen, die blauen Doritos, abgepackte Sandwiches, yay Roadtrip.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5960.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1561\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5960.jpg\" alt=\"IMG_5960.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kurz nach der Grenze zu Virginia (Salem\/Roanoke) kehren wir in einen Taco Bell ein. (when USA, then fast food. Ohne Widerstand. Sorry, falls das eure Gef\u00fchle verletzt.) <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Delta_Air_Lines_Flight_1086\" target=\"_blank\">Eine Maschine der Delta ist in New York im Schnee von der Landebahn abgekommen<\/a>. Und in dieser halben Mittagspausenstunde bricht auch in Virginia der Winter aus. Danach die schlimmsten Stunden Fahrt, die Stra\u00dfen voller Slush, dann Eis und das h\u00e4ssliche leichte Schlittern beim Spurwechseln. Der Schnee ist irgendwie anders als ich ihn kenne, die Flocken zerspringen auf der Stra\u00dfe regelrecht. Und in den USA hat man eigentlich keine Winterreifen, weil es bestimmt sowieso nie da schneit, au\u00dfer st\u00e4ndige Blizzards, aber dann f\u00e4hrt der Amerikaner wohl begeistert Fahrrad. Oder Amtrak. Die Trucks fahren besonders vergn\u00fcgt besonders schnell, K\u00fchlergrills komplett vereist, patriotische Spr\u00fcche f\u00fcr alles m\u00f6gliche \u00fcberall. Und sie lieben im Stra\u00dfengraben. Haufenweise. Bei den ersten hat man ein sehr mulmiges Gef\u00fchl, zwanzig sp\u00e4ter relativiert sich das ein bisschen. Wer auch immer die Stra\u00dfen aufr\u00e4umt, l\u00e4sst alles, was nichts blockiert, einfach liegen. Ich hab sie nicht gez\u00e4hlt, aber eine realistische Einsch\u00e4tzung w\u00e4ren um die zwanzig PKW und vierzig Trucks. Alle im Graben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5968.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1557\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5968.jpg\" alt=\"IMG_5968.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5973.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1553\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5973.jpg\" alt=\"IMG_5973.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag kommen wir in Gebiete, in denen die Interstate aktiv gesalzen wird. Man sieht auch wieder etwas vom Asphalt.\u00a0Wir machen dann keine Pause mehr, nur f\u00fcr Toilette und einen Becher Kaffee, aus Angst, das schlechte Wetter k\u00f6nnte uns weiter einholen. Virginia ist sehr gro\u00df. Ich habe eine Bekannte aus Virginia, die jammert auf Facebook im Sommer, dass es dort zu warm ist und im Winter, dass es zu kalt ist. Vielleicht \u00fcbertreibt sie doch nicht so viel, wie ich dachte. In Virginia stehen vor allen H\u00e4usern nur Pickups.<\/p>\n<p>Als es spannend wird, ist es schon zu dunkel f\u00fcr Fotos. Dinge fangen an, st\u00e4ndig <em>Shenandoah <\/em>und<em> Blue Ridge\u00a0<\/em>zu hei\u00dfen (ALMOST HEAVEN, WEST VIRGINIAAAH), und ich habe zum Gl\u00fcck eine offline Playlist mit ausgew\u00e4hlten St\u00fccken von John Denver. (Don&#8217;t ask.)\u00a0In West Virginia sind wir aber nicht lange, doch es ist sehr nett dort, ein gro\u00dfes &#8222;Welcome to West Virginia&#8220;-Besucherzentrum, im Gegensatz zu Maryland, was gleich danach kommt und man kaum bemerkt h\u00e4tte. Das Schild ist auch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gro\u00df. Wo man sich Patriotismus w\u00fcnscht, entt\u00e4uscht er einen. Pennsylvania, Milestone Harrisburg, Interstate 78, &#8222;jetzt ist auch schon egal&#8220;, weiter. Irgendwann sagen die Schilder mit den Meilenangaben schon &#8222;New York City,&#8220; aber das ist viel sp\u00e4ter, als ich erwartet habe. Wahrscheinlich American Style, gro\u00dfen St\u00e4dten keine Stra\u00dfenschilder oder Bundesstaatshauptstadtw\u00fcrde zukommen zu lassen. Wir sind um Mitternacht in Newark.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5970.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1561\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5970.jpg\" alt=\"IMG_5970.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Freitag in New York ist sonnig, schmerzhaft kalt (-19\u00b0) und gut, denn New York ist immer gut. Irgendwann kommt dann eine Mail von US Airways, es t\u00e4te ihnen Leid, uns mitteilen zu m\u00fcssen, dass unser Flug von Dayton nach Washington leider gecancelled wurde. Alles richtig gemacht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5971.jpg\"><img class=\"aligncenter size-medium wp-image-1560\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_5971.jpg\" alt=\"IMG_5971.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie war das nochmal mit der komplizierten Geschichte mit dem Flug und dem Schnee und dem Spontanroadtrip? Also: Mittwochnachmittag, Aruba. Der\u00a0Queen Beatrix International Airport in Aruba hat sich ein besonderes Konzept \u00fcberlegt und ist unterteilt in U.S.- und Non-U.S.-Departures. 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