{"id":1468,"date":"2012-12-03T01:35:26","date_gmt":"2012-12-02T23:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=1468"},"modified":"2012-12-03T01:44:17","modified_gmt":"2012-12-02T23:44:17","slug":"pencil-vania","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=1468","title":{"rendered":"Pencil Vania"},"content":{"rendered":"<p>tl;dr f\u00fcr <a href=\"http:\/\/maxfriedrich.de\/\">Max<\/a>: Uni Kuru Toga. &lt;3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hallo, ich bin Nina, und ich habe einen ziemlichen Soft-spot f\u00fcr Stifte, den ich meistens inzwischen ganz gut vor der \u00d6ffentlichkeit verbergen kann. Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da brachte ich t\u00e4glich meine Schachtel mit 48 Buntstiften in die Grundschule. Es waren \u00f6sterreichische Buntstifte. Von Jolly. Das sind gute Buntstifte, deren einziger Nachteil ist, dass man sie nicht mit Wasser verpantschen kann, aber das muss man in der Grundschule sowieso nicht. Ich hatte sogar einen Goldstift und einen Silberstift und einen wei\u00dfen Stift. Und ganz viele materialistisch angehauchte Kinder, die beim Malen neben mir sitzen wollten. Es war eine gro\u00dfartige Zeit f\u00fcr die Buntstifte und mich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter besuchte ich eine Bildungsanstalt, in der ich diesen Kult gr\u00f6\u00dftenteils einschr\u00e4nken musste. Selbst der Kunstunterricht war ein buntstiftloses Regime mit geteilten Wasserfarben und einem Synthetikpinsel, Gr\u00f6\u00dfe 8.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der neunten Klasse verguckte ich mich ein bisschen in die Tintenstite von Amelie, die im Informatikwahlpflichtunterricht neben mir sa\u00df. Der Informatikunterricht war n\u00e4mlich so ausgelegt, dass man sich am besten mit Themen wie Stiften besch\u00e4ftigt hat. Das waren die heute noch weit verbreiteten uni-ball eye Dinger der Mitsubishi Pencil Co. Made in Japan. Ich hab sie alle nachgekauft, aus purer Gier. Und meine Lieblingsfarbe, wine red, kaufte ich auch manchmal dreifach, falls eine kaputt geht, gestohlen wird, oder ein Opfer des atomaren Zerfalls werden. Was tats\u00e4chlich passiert ist, ist, dass die Stifte st\u00e4ndig grundlos auslaufen, oder aus Gr\u00fcnden, die nur der Stift selbst kennt und dem Menschen f\u00fcr immer fremd bleiben werden. Dann muss man sie wegwerfen oder immer mit lustig bunten H\u00e4nden herumlaufen. Ich habe beides ausprobiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise habe ich den Zyklus bis zum Endlevel tausendmal durchgespielt und mir immer die selben Stifte gekauft. Ich habe n\u00e4mlich ein tiefverankertes Urvertrauen an die japanische Stiftindustrie, wenn es um Stifte mit feinen Spitzen geht, basierend auf jahrelangen soziologischen Studien weltweiter Handschriftkultur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/20121203-003244.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1472\" title=\"20121203-003244.jpg\" src=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/20121203-003244.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"523\" srcset=\"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/20121203-003244.jpg 1024w, http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/20121203-003244-300x224.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Insofern warf ich Anfang des Jahres in einem Duty-Free-Schreibwarenladen im Singapore Changi Airport ziemlich mit Wertpapier um mich, als ich irgendwo <em>Mitsubishi Pencil Co. <\/em>gelesen hatte. In meinem Inventar sind seit dem mehrere &#8222;style + fit&#8220;-Stifte, die zwar kratzen beim Schreiben, aber nur 0.38mm haben und &#8211; das ist der eigentliche Kaufgrund gewesen &#8211; bunt mit Punkten sind, damit mein \u00dcberleben gesichert ist, falls ich mal bei einem Sleepover Stifte ausleihen muss, damit sich meine Sleepoverfreunde und ich aus Jungsnamen ausrechnen k\u00f6nnen, wer mal wen heiratet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und dann kaufte ich noch einen Druckbleistift. Das war eigentlich Quatsch, denn ich hab bis vor kurzem kaum mit Bleistift gearbeitet. Dann bekam ich einen Platz in einem Sprachkurs, in dem ich so sehr freiwillig bin, dass mir niemand Vorgaben \u00fcber Stiftnutzung zu machen hat. Und da mein Selbstbewusstsein bekanntlich mehrmals die Erde umrunden k\u00f6nnte (reitend auf einer Seekuh), schreibe ich alles, was ich nicht irgendwo genau abmale, mit Bleistift. Und dann fiel mir auf, dass mein Bleistift, <em>Master\u00a0<\/em>Kuru Toga, super gut ist. Er schreibt sch\u00f6n und ausreichend d\u00fcnn, dass ich mit meiner Handschrift mittleren Ordentlichkeitsgrades noch alles differenzieren kann. Yay! Woran das liegt, wusste ich nicht, weil man ja so selten \u00fcber das Innenleben von Stiften nachdenkt. Auf dem Stift steht etwas von &#8222;Kuru Toga Engine&#8220; drauf, was so sch\u00f6n klingt, als k\u00f6nnte man damit herumlasern, aber mir auch nichts sagte. Auf der Verpackung damals stand auch ganz viel Kram mit Ausrufezeichen, aber dummerweise ausschlie\u00dflich auf Japanisch. Und eine Obduktion halte ich bei der derzeitigen Marktsituation von dieser Bleistiftrasse zu riskant. Und dann hab ich das Internet aufgemacht und eine Suchmaschine verwendet. Folglich fand ich ein h\u00e4ssliches aber lehrreiches Promovideo in einer Sprache, die ich auch verstehe. Woah. Es ist so gut, dass es Menschen gibt, die sich solche Dinge ausdenken und in Bleistifte bauen, um das Bleistiftsachentun an sich zu verbessern. Also, von innen. Das ist so viel sinnvoller als st\u00e4ndig neue Gummigriffdinge, die immer noch idiotischer aussehen auf das Stiftexterieur zu bringen. Herz.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/80k7Jl1o8Lc\" frameborder=\"0\" width=\"640\" height=\"480\"><\/iframe><\/p>\n<p>Ach, ja, farbig gesehen bin ich momentan auf die 0.38mm-Geltintenstifte von <a href=\"http:\/\/www.muji.de\/de\/store\/list\/basic\/stationery\/writing\/gelink\">Muji<\/a> umgestiegen. Keine Beschwerden. Oh, doch. Die mit 0.5mm gibt es in viel mehr Farben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>tl;dr f\u00fcr Max: Uni Kuru Toga. &lt;3 &nbsp; Hallo, ich bin Nina, und ich habe einen ziemlichen Soft-spot f\u00fcr Stifte, den ich meistens inzwischen ganz gut vor der \u00d6ffentlichkeit verbergen kann. Das war nicht immer so. 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