{"id":133,"date":"2007-04-18T22:51:21","date_gmt":"2007-04-18T21:51:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/wordpress\/wordpress\/?p=133"},"modified":"2007-04-18T22:51:21","modified_gmt":"2007-04-18T21:51:21","slug":"die-wirklich-weitreichenden-folgen-unseres-schulsystems","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nina-jaeger.de\/blog\/?p=133","title":{"rendered":"Die wirklich weitreichenden Folgen unseres Schulsystems"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin, dann sind wir Menschen aus drei Klassen. Sieben aus der 11b, zwei aus der 11a und ich aus der 11d. Manchmal ist das ein Vorteil. Man erf\u00e4hrt vieles viel schneller. Meistens ist es aber ungeschickt, weil man von Zeit zu Zeit viel weniger reden kann. Jetzt inden Ferien waren die Gespr\u00e4chsthemen zum Gl\u00fcck allgemein, es gibt um Fahrstunden, Kieferorthop\u00e4die und\u00a0Grammatik. Das ist einfach. Da kann man mitreden. Bei den Fahrstunden nicht unbedingt so sehr, aber das ist schon in Ordnung. Wenn es um Schule geht, ist das komplizierter. Die 11a und die 11b sind n\u00e4mlich sehr eng zusammen, die haben zusammen Sport und Religion. Wir immer eher mit der 11e zusammen gesteckt. So ergibt es sich, dass ich mir oft Gespr\u00e4che \u00fcber ihre Lehrer und Mitsch\u00fcler anh\u00f6ren darf, aber absolut nicht mitreden kann. Wenigstens verf\u00fcge ich nun \u00fcber ein enormes Fachwissen \u00fcber den Mathelehrer der 11b, den sie schon seit vier Jahren haben. Manchmal rede ich auch ein bisschen von meinen Lehrern oder ganz anderen Lehrern. Dann sitzt die H\u00e4lfte da und fragt mich &#8222;Wer ist denn <em>das<\/em>?&#8220;\u00b4Passiert besonders oft bei ganz neuen Lehreren. Wenn ich jemanden nciht kenne, dann finde ich das selbst heraus, was auch leicht zu bewerkstelligen ist, da ich so wie so oft vor den Klassenzimmern der anderen herumstehe, wenn ich in der Pause warte, dass sie herauskommen. Bei den 11b Sch\u00fclern ist das schwieriger, schon alleine, weil sie den zweiten Stock in der Regel nciht verlassen und sich in den Pausen ausschlie\u00dflich ziemlich direkt vor ihrer Klassenzimmert\u00fcr stehen. An meiner Klassenzimmert\u00fcr im Container ganz weit weg, waren sie dieses schuljahr noch nie.<\/p>\n<p>Darunter leiden unsere Konversationen ganz schrecklich. Aber man kann das ja \u00e4ndern. Schritt eins ist beschreiben. Immer sehr lustig. Es gibt immer zwei Parteien, eine beschreibende und eine zuh\u00f6rende, die meistens gleich gro\u00df sind. (Bisher sind uns noch keine Lehrer untergekommen, die nur einer kannte.) die Zuh\u00f6renden bekommen einen Salat von Adjektiven bereitgestllt, die sich zum Teil auchwidersprechen. Dann kommt ein &#8222;Wisst ih, wen ich meine?&#8220; und die einzig korrekte Antwort darauf ist: &#8222;\u00c4h.. nein.&#8220; Ich gebe zu, ich bin nicht gut im Beschreiben, aber so viel schlechter als die der Anderen sind meine Beschreibungen auch nicht. Schritt zwei: Verzweifelte suche nach einem fotografischen Dokument. Meistens tut&#8217;s der Jahresbericht, bei Sch\u00fclern sowie Lehrern. Manchmal aber auch nicht. Das kommt nicht so oft vor, ist aber erst neulich passiert. Manchmal sind die Zielpersonen nicht drin, oder, noch schlimm, ein Foto hilft den Unwissenden auch nicht weiter. &#8222;Das Bild ist so klein, da erkennt man kein Gesicht!&#8220;\u00a0Ja ja. Aber so kann es erst richtig spannend werden. Dann geht es nur noch <em>live<\/em>. Und sp\u00e4testens ab hier sind Codenamen zu empfehlen. Nicht nur, weil das unauff\u00e4llig ist, sonders besonders, weil es viel wichtiger und geheimnisvoller klingt. Codes, die sich perfekt in normale S\u00e4tze einbinden lassen k\u00f6nnen, sind nat\u00fcrlich sehr ideal. Und es muss vorher ausgemacht sein. Sagen wir einmal, das Codewort w\u00e4re Limonade. (Nie verwendet, das ist wirklich nur ein Beispiel.)<\/p>\n<p>Man sagt: &#8222;Oh, chemie war so anstrengend, ich br\u00e4uchte jetzt Limonade oder irgendetwas anderes zu drinken.&#8220; Das ist sehr geheim verpackt. Ja, so habe ich das auch verpackt. Reaktion darauf: &#8222;Ja wieso war Chemie dann anstregend&#8220;. Nicht gut. Zumeist l\u00e4uft die Zielperson n\u00e4mlich nur gerade vorbei und da m\u00fcsste man schnell sein. Man m\u00fcsste. &#8222;ich wei\u00df nciht, ich wei\u00df nur, dass ich jetzt <em>Li-mo-na-de<\/em> m\u00f6chte.&#8220; &#8222;H\u00e4?&#8220; Sollte ich einmal Geheimagent werden, werde ich daf\u00fcr sorgen, dass meine Angestellten ihr Zeug lernen. Und wenn es mit Vokabelheften sein muss. Minuten sp\u00e4ter: &#8222;Ah! Ah! Jetzt! <em>Limonade<\/em>! Wo denn?&#8220; Weg. Dumme Sache. Tats\u00e4chlich haben wir noch nie etwas mit Codew\u00f6rtern hinbekommen. Glaube ich zumindest. Jedenfalls nicht im Ernstfall.<\/p>\n<p>Das ist jetzt schon Wochen her. Ich habe die Codew\u00f6rter weggelassen. Diese Woche haben wir es endlich geschafft. Es war ein bisschen actionreicher als geplant, aber die, die am Samstag noch \u00fcber ihre Unwissenheit geklagt haben, sind jetzt sehr gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Ich freue mich schon auf das n\u00e4chste Mal. Allerdings w\u00fcrde ich einmal gerne auf der anderen Seite sein, also auf der der Unwissenden. Das w\u00e4re auch spannend.<\/p>\n<p>Ja ja, man muss sich als Sch\u00fcler eben Nervenkitzel erfinden, wenn es sonst keinen gibt. In diesem Halbjahr hatten wir ja noch nciht einmal den Probefeueralarm. :-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin, dann sind wir Menschen aus drei Klassen. Sieben aus der 11b, zwei aus der 11a und ich aus der 11d. 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